Kapitel 1 - Neuigkeiten

- Zwar lieg ich nachts, stundenlang wach und denk an dich,

doch in Wirklichkeit lieb ich dich nicht –

Seit drei Jahren waren Hermine und Severus jetzt glücklich verheiratet. Sie waren damals zwei Jahre zusammen und hatten sich schließlich dazu entschlossen zu heiraten, ganz Muggeltypisch und traditionell.

Hermine hatte ein Studium in Philosophie begonnen, es aber Severus zuliebe abgebrochen. Er hatte den Vorschlag gemacht, dass sie den Haushalt übernahm, während er arbeiten ging. Zuerst war sie damit einverstanden gewesen, aber inzwischen war sie es Leid.

Severus war tagsüber in Hogwarts und kam erst spät abends heim, öfter kam es auch vor das er dort übernachten musste und Hermine alleine zu Hause blieb.

Sie hatte ihn noch nicht soweit gebracht, das er sie jedesmal nach Hogwarts reisen ließ, seit Hermine einen kleinen Unfall mit dem apparieren gehabt hatte, ließ er sie nur noch selten auf diese Art weg.

Hermine machte es auch nicht wirklich etwas aus, das sie nicht mit kam, schließlich würden sie sich am nächsten Tag ja wieder sehen.

Alles in allem, führten sie ein ziemlich glückliches und harmonisches Eheleben, auch wenn in ihr der Wunsch nach Kindern immer größer wurde und sie sich damit schon öfter in den Haaren lagen.

Severus wollte keine Kinder, er begründete dies damit, dass sie eine Menge Zeit in Anspruch nähmen, ständig Krach machen würden und er so keine Ruhe mehr hätte. Hermine erkannte es in seinen Augen, das er nicht die Wahrheit sagte, viel mehr störte ihn wohl die Tatsache das er Angst hatte, als Vater zu versagen, aber welcher Mann würde das schon zugeben?

Als Hermine eines Abends im Bett lag und sich eng an Severus neben sich kuschelte, probierte sie es noch einmal.

„Ich meine, ich will ja nicht sofort. Aber schon irgendwann!“ flüsterte sie und strich ihm zärtlich über den Arm. Severus seufzte und verdrehte innerlich die Augen.

„Mine, komm schon. Wie oft hatten wir das Thema jetzt schon?! Zehn, zwanzig mal?! Wir sind doch auch ohne Kinder glücklich. Sieh mal, wir haben ein Haus, immer etwas zu essen und wir haben uns. Ich finde das reicht doch um glücklich zu sein.“

Hermine war sich sicher, er wollte es nicht verstehen, er sah anscheinend nicht wie unglücklich sie meistens war, weil ihr etwas Entscheidendes fehlte.

„Severus,“ meinte sie ernst und hob ihren Kopf, um ihn anzusehen, was wegen der Dunkelheit im Zimmer nicht einfach war. „ ich langweile mich hier einfach. Ich hab nichts, was ich tun kann, wir leben mitten in der Pampa und hier ist nirgends ein Mensch weit und breit. Ich darf ja nicht einmal in die Stadt reisen.“

Severus dachte kurze Zeit über ihre Worte nach, er hatte es bisher nicht wirklich mitbekommen, das sie nicht richtig glücklich war, sie sprach ja sonst nicht darüber.

„Ich werde Albus morgen mal fragen, ob er vielleicht etwas zu tun für dich hat und dann könnten wir noch mal über die Sache mit dem apparieren reden. Wäre das was?“

Zögerlich nickte sie und legte ihren Kopf wieder auf seine Brust und schlief schon Minuten später wieder ein.

Als sie am nächsten Morgen erwachte, war Severus wie so häufig schon in Hogwarts. Hermine hatte ihm schon öfter vorgeschlagen, sie zu wecken, damit sie noch zusammen frühstücken konnten, aber er tat es irgendwie nie.

Müde stand Hermine auf und machte sich auf den Weg zum Bad um sich zu waschen.

Schon eine halbe Stunde später klingelte es an der Haustür. Überrascht wickelte sich Hermine einen Bademantel um und lief zur Tür.

„Hallo Mine! Kann ich reinkommen?“ verwirrt musterte sie den jungen Mann der vor ihr stand. Schwarze Haare, grüne Augen, ziemlich groß... eine Narbe auf der Stirn?

„Harry!!“ rief sie begeistert und fiel dem erstaunten Harry in die Arme. Dieser drückte sie kurz an sich und schob sie dann mit sich ins Haus.

„Ich hätte dich fast nicht erkannt!“ Seit ihrer Hochzeit hatten die beiden sich nicht mehr gesehen, sie wusste das Harry Auror geworden war und seit dem überall in der Welt rum fuhr. Er liebte das Reisen und die verschiedenen Kulturen in anderen Ländern, aus diesem Grund ließ er sich gerne immer wo anders einsetzen und war die meiste Zeit unterwegs. Er hatte keinen festen Wohnsitz, meistens schlief er im Hotel oder kam bei Hermine unter.

Hermine wies ihn an sich zu setzen und begann damit Kaffee zu kochen. Ein paar Minuten später kam sie mit ein paar vollen Tassen wieder zurück.

Harry lächelte dankbar und trank einen Schluck.

„ Weißt du schon, wie lange du bleibst?“ fragte sie und sah ihn an. Er überlegte kurz und zuckte dann mit den Schultern.

„Also einen Monat auf jeden Fall, eventuell auch länger. Das steht noch nicht so ganz fest. Momentan werden nicht so viele Auroren gebraucht. Die Leute halten sich verdächtig ruhig! Na ja, mir wurde ganz hier in der Nähe eine kleine Wohnung zur Verfügung gestellt. Für mich reicht sie, da ich ja sowieso den ganzen Tag nur unterwegs bin.“ Harry lächelte vielsagend und Hermine nickte.

Einen Monat war für Harrys Verhältnisse ziemlich lang, normalerweise blieb er an einem Ort allerhöchstens zwei ein halb Wochen.

„Und wie geht es dir so? Hast du eine Freundin gefunden, oder gibt es sonst irgendwas neues?“

Harry lächelte wieder. Mit dieser Frage hatte er gerechnet. Er bekam sie ständig gestellt, wenn er einen Brief von ihr las und die Antwort blieb auch immer die gleiche. Harry hatte keine Zeit für eine Freundin, er war viel zu viel unterwegs als das er irgendeine Frau glücklich machen könnte. Vorerst war da mal nichts zu machen.

„Mine!“ meinte er lachend und schüttelte den Kopf „Du weißt doch, wenn es etwas neues gäbe, würde ich dich sofort darüber informieren“

Hermine lächelte zurück und rührte schweigend in ihrer Kaffeetasse. Harry war mit seinem Leben glücklich, so wie es war. Hermine musste zugeben das sie darauf etwas neidisch war, aber sie hatte sich damit abgefunden, dass Harry in jedem Leben glücklicher wäre als sie.

Er hatte diese seltsame Art, alles so herzurichten, das er zufrieden war.

Es gab keine Dinge die er unbedingt wollte, es gab nur Sachen, die er bewunderte. Was andere besaßen, interessierte ihn solange nicht, bis sich bei ihm nicht die Möglichkeit ergab, es zufällig auch zu bekommen.

Harry brauchte keine Frau oder Freundin, aber wenn es sich so ergeben würde, hätte er nichts dagegen.

Er sah einfach immer fröhlich aus mit dem was er hatte.

Hermine beneidete ihn um diese Gabe, sie konnte ihre Wünsche nicht einfach ignorieren, wahrscheinlich lag es daran, das sie meistens das bekommen hatte, was sie wollte. Harry hatte schon als Kind nie das gehabt, was er eigentlich haben wollte, so hatte er wohl gelernt damit umzugehen. Das hatte er tatsächlich den Dursleys zu verdanken.

„Was macht denn mein ehemaliger Zaubertränkelehrer so?“ fragte Harry und hob eine Augenbraue.

Hermine zuckte mit den Schultern „Na ja, die Schule hat wieder angefangen und er ist wie immer genervt von allem. Du kennst ihn ja.“ Harry nickte wissend und ein leichtes Grinsen stahl sich auf sein Gesicht, als er unwillkürlich daran erinnert wurde, wie oft er sich damals über diesen Lehrer geärgert hatte. Hermine hatte sich nie wirklich über ihn geärgert, vielleicht im Geheimen, aber meistens hatte sie sich schnell genug daran erinnert, das er eine Respektsperson gewesen war und sie seine Schülerin.

Wahrscheinlich, dachte Harry, hatte sie ihn eher verstanden als die übrigen Schüler. Sie konnte gut mit seiner Intelligenz mithalten und wusste auch immer, was er wissen wollte.

Snape war derjenige, der keinen Wert auf Freundlichkeit legte und als immer schlecht gelaunt beschrieben wurde. Hermine hingegen war die Fröhlichkeit in Person und war zu den meisten immer freundlich, ganz egal wie schlecht gelaunt sie war. Dieses Paar ergänzte sich also perfekt.

Ein plötzliches lautes Poltern ließ Harry und Hermine zusammenschrecken, gefolgt von zischenden Lauten.

„Verdammter Mist!“

Harry sah Hermine fragend an, die in Richtung Schlafzimmer starrte, aus dem der Lärm stammte.

„Severus“ flüsterte sie vielsagend und lächelte gequält. Harry nickte verwirrt und trank hastig ein paar Schlücke Kaffee.

Severus sah ziemlich wütend aus, als er aus dem Schlafzimmer trat und zu Hermine rüber sah und schließlich Harry musterte.

„Potter!“ zischte er und nickte kurz, das war seine Art Hallo zu sagen. In all den Jahren, hatte er seinen Hass zu Harry nicht überwunden, er hatte gelernt, ihn zu akzeptieren und auf angebrachten Niveau mit ihm zu reden, aber mehr auch nicht.

„Hallo“ murmelte Harry und widmete sich wieder seinem Kaffee, er fühlte sich nicht wohl in Snapes Nähe, er hatte sich in seiner Nähe noch nie wohl gefühlt.

Zwar hegte er keinen Hass ihm gegenüber, aber er wusste, das Snape ihn hasste und das machte die Sache nicht wirklich einfacher.

„Ich hab die Blumenvase beim apparieren umgeschmissen. Ich flicke sie später, ich brauch erst mal einen starken Kaffee!“

„Wieso bist du denn schon da?“ meinte Hermine und stand auf um ihm einen Kaffee zu holen.

„Ach, Albus hat den Unterricht ausfallen lassen, weil er irgend so eine Feier für die neue Verteidigung gegen die dunklen Künste Lehrerin veranstaltet hat. Die ersten paar Stunden bin ich ihm zu liebe geblieben, aber noch länger tu ich mir das nicht an!“ meinte er etwas lauter, damit Hermine ihn in der Küche hören konnte. Missmutig ließ er sich neben Hermines Platz und gegenüber von Harry auf einem Stuhl nieder.

Harry, der gerade an seinem Kaffee genippt hatte, prustete schadenfreudig in die Tasse, als ihm klar wurde, warum Snape so wütend war. Er hatte die Stelle anscheinend noch immer nicht aufgegeben und erinnerte sich daran, das er zu Schuljahresbeginn immer ziemlich gereizt auf das Thema reagiert hatte. Die letzten drei Jahre hatte den Posten irgendein Lehrer bekommen, der aus unbekannten Gründen wohl gekündigt hatte.

Harry spürte den wütenden Blick von Snape auf sich und sah ihm zum ersten Mal seit dem Schulabschluss wieder in die Augen.

„Ich verstehe nicht, was es da zu lachen gibt, Potter!“ Nein, Snape hatte sich wirklich nicht geändert. Er trug noch immer den gleichen Hass in seinen Augen, den Harry schon immer bei ihm gesehen hatte und er hatte noch immer den gleichen drohenden Unterton, den er immer bei Gryffindors anwandte. Das er gerade Hermine geheiratet hatte, war ihm ein Rätsel und noch rätselhafter war für ihn die Tatsache, das Hermine etwas für ihn empfand.

Wer konnte jemanden Lieben, dessen Herz aus einem Klotz Eis bestand?

„Severus, lass Harry bitte in Frieden. Er ist schließlich auch dein Gast!” meinte Hermine die aus der Küche wieder gekommen war und Severus eine Tasse reichte.

„Wegen mir ist er wohl nicht hergekommen!“ murmelte er, beließ es dann aber dabei und trank ein paar Züge Kaffee.

Hermine setzte sich wieder auf ihren Platz und warf Harry einen entschuldigenden Blick zu, während dieser verständnisvoll nickte.

„Hast du mal etwas von Ron gehört? Ich hab ihn seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen!“ meinte Harry plötzlich.

Hermine schüttelte den Kopf, das letzte mal als sie mit Ron etwas zu tun hatte, war am Abschluss gewesen. Seitdem hatte er sich nicht mehr gemeldet, nicht einmal auf ihre Briefe geantwortet.

„Nein, ich hab mal gehört das er irgendwo im Ministerium Arbeiten soll, ich weiß aber nicht genau. Bei mir meldet er sich gar nicht.“

Harry zuckte mit den Schultern und sah in seine Tasse. „Würde mich interessieren, was er heute macht! Ich hatte ihn nur einmal kurz auf der Straße getroffen und mich mit ihm unterhalten, zu der Zeit hatte er noch keine Arbeitsstelle!“

Severus lehnte sich genervt in seinem Stuhl zurück und Harry und Hermine sahen ihn verwirrt an.

„Wirklich seltsam, das ich mehr über euren Weasley weiß als ihr!“ murmelte er und zog spöttisch eine Augenbraue hoch. Hermine warf ihm einen überraschten Blick zu.

Severus langte nach seiner Kaffeetasse und trank den letzten Schluck bevor er ihnen erzählte woher er etwas über Ron wusste.

„Er lebt mit meiner Cousine zusammen in Schottland. Jedenfalls war es vor einer Woche noch so. Die haben sich dort niedergelassen und wollen demnächst heiraten, komisch das er euch nicht davon informiert hat“ Mit seinem typisch spöttischen Gesichtsausdruck stand er auf und holte aus der Küche die Kaffeekanne.

Hermine sah Harry erstaunt an und auch ihm konnte man ansehen, das er überrascht und gleichzeitig enttäuscht war. Severus hatte recht, es war komisch, das Ron sie nicht informiert hatte, geschweige denn sie zur Hochzeit eingeladen hatte, sie waren vor wenigen Jahren schließlich mal die besten Freunde gewesen.

Hermine hatte sich nicht wirklich dabei etwas gedacht, als er nicht auf ihre Hochzeit gekommen war, aber jetzt sah es etwas anders aus.

„Woher weißt du das?“ fragte Hermine als sie ihre Sprache wieder gefunden hatte. Severus sah sie kurz an und schenkte sich dann wieder Kaffee ein.

„Ginger hat mir eine Einladung geschickt. Ich hab aber gar nicht mehr daran gedacht. Ich glaube die Hochzeit ist nächsten Monat, ich bin mir aber nicht sicher“

„Weißt du nicht, warum er sich nicht bei uns gemeldet hat?“

Severus schüttelte den Kopf und lehnte sich wieder zurück.

Hermine erinnerte sich, das Severus seine Cousine Ginger mal erwähnt hatte. Sie war in der Snapischen Familie die Außenseiterin gewesen. Ihre Eltern waren wohl Anhänger von Lord Voldemort gewesen, aber sie als Tochter schlug ihren Eltern gar nicht nach. Sie war freundlich, hilfsbereit, interessierte sich sehr für die Berufe der Muggel und hatte blonde Haare. Soweit Hermine sich erinnern konnte, hatte sie sogar in einem Muggelfriseurladen gearbeitet. Severus hatte nicht viel über sie erzählt, aber das, was er erzählt hatte, klang nicht sehr Snape-typisch.

Wahrscheinlich war sie gerade das richtige für Ron.

Kapitel 2 – Wer ist die neue Lehrerin?

- Zwar gibt es keine schönere Frau auf der ganzen Welt für mich,

doch in Wirklichkeit lieb ich dich nicht-

Harry hatte sich früh am Abend verabschiedet, da er noch etwas zu erledigen hatte, aber er hatte Hermine fest versprochen, sie bald wieder besuchen zu kommen, schließlich wohnte er ja nicht allzu weit weg.

Hermine und Severus hatten es sich beide auf dem Sofa bequem gemacht und lasen, Severus las sich noch mal ein paar Zaubertränke durch, die er demnächst im Unterricht zu behandeln hatte und Hermine las einen alten Roman.

Nach einiger Zeit ließ Hermine das Buch sinken und sah zu Severus.

„Meinst du, deine Cousine passt zu Ron?“ fragte sie unsicher und Severus hob überrascht eine Augenbraue.

„Kann ich dir nicht sagen, ich kenne Weasley nicht, ich weiß nur wie Ginger ist“

Hermine seufzte schwer und legte ihren Kopf auf Severus Schoß. Es fiel ihr doch schwer zu glauben, dass Ron heiraten wollte und Harry und sie nicht eingeladen waren.

Normalerweise hätten sie die ersten sein sollen, die davon in Kenntnis gesetzt wurden.

Sie und Harry hatten auf jeden Fall beschlossen, das sie mit oder ohne Rons Einladung, dort erscheinen würden und Ron zur Rede stellen würden.

Eins stand fest, er musste einen triftigen Grund für diese Sache haben, um sie wieder als Freunde zu gewinnen.

„Erzähl mir von ihr!“ forderte Hermine und Severus legte sein Buch zur Seite und strich ihr mit seiner Hand zärtlich durch die Haare.

„Da gibt es nicht viel zu erzählen. Sie ist halt anders als der Rest der Familie und sie schert sich auch nicht viel um die Familienehre.“ Meinte er leise und überlegte.

„In wie fern?“

„Nun ja, zum Beispiel, als sie etwa 8 Jahre alt war, hat sie sich aus dem Haus geschlichen, sich die Schuhe ausgezogen und sie über den Gartenzaun geworfen. Dann ist sie zu den Nachbarn hin und hatte erzählt, ihre Eltern hätten sie rausgeworfen und sie dürfte sich nicht mal die Schuhe anziehen. Sie ist halt etwas schwierig gewesen!“ Hermine lachte kurz, als sie sich das Ganze bildlich vorstellte und das gerade bei einer Familie wie den Snapes, die in etwa einen solchen Stolz wie die Malfoys besaßen.

Aber man sagte ja, daß in jeder Familie ein schwarzes Schaf vorhanden war.

„Ist sie jünger oder älter als du?“

Severus musste wieder überlegen, all zu oft hatte er nicht Kontakt mit ihr gehabt und wusste auch nicht so viel von ihr, nur das was er selbst miterlebt oder erzählt bekommen hatte.

„Sie ist auf jeden fall jünger als ich, aber ich kann dir nicht sagen wie viele Jahre. Vielleicht ein paar Jahre älter als du. Ich hab keine Ahnung. Wieso fragst du?“

Hermine zuckte mit den Schultern und genoss weiter die Berührung seiner Hand, die durch ihre Haare strich.

Wahrscheinlich konnte kein ehemaliger Schüler von ihm glauben, dass er durchaus liebevoll sein konnte. Auch wenn er es nicht immer war, aber er konnte es.

„Ich habe mich nur gerade gefragt, was du so im Alter von acht Jahren angestellt hast!“ meinte sie und gab einen fieses Grinsen von sich. (B/N: Wollen wir das nicht alle wissen?) Severus lächelte kurz.

„Ich habe nichts angestellt. Ich habe mich immer bemüht, keinem im Weg zu stehen, um keine Prügel zu kassieren!“ (B/N: Argh!)

Dies war kein Scherz gewesen, wie Hermine feststellte. Sie hatte gar nicht mehr daran gedacht, wie schwer seine Kindheit gewesen war. Sie wusste von ihm, dass er für alles Prügel bekommen hatte, selbst für Sachen, für die er eigentlich nichts konnte. Einfach nur dafür das er existierte.

„Und deiner Cousine haben die Schläge nichts ausgemacht?“

„Anscheinend nicht. Aber davon hat man auch nicht gerade viel mitbekommen. Man hatte vermutete, das sie für solche Sachen gar nicht bestraft wurde, wahrscheinlich ist sie deshalb so anders als der Rest!“

In Severus Familie war es normal, bestraft zu werden, wenn auch nicht gerade so hart, wie es für ihn gewesen war, aber jeder in der Familie wurde streng erzogen. So wie es bei den meisten reinblütigen Zauberern üblich war.

Hermine zuckte mit den Schultern und setzte sich auf. Lächelnd ergriff sie Severus Hand und küsste liebevoll seine Fingerspitzen.

Sie hatte seine Finger schon von Anfang an bewundert, schon als sie als Erstklässlerin dabei zugesehen hatte, wie er die Tränke zubereitete. Er hatte lange schmale Finger, die weder rau noch grob waren, es waren eher weiche und geschmeidige Finger.

Hermine sah ihm ins Gesicht und erwiderte sein Lächeln, das er ihr geschenkt hatte. Severus strich ihr mit seiner freien Hand über ihre Wange und zog sie schließlich auf sich, so das sie beide auf dem Sofa lagen.

„Weißt du,“ flüsterte er und strich ihr sanft über den Rücken „manchmal habe ich das Gefühl, ich habe nur darauf gewartet dir zu begegnen“ Hermine gab ihm einen Kuss auf die Nasenspitze, ließ sich dann neben ihn fallen und fuhr mit ihrer Hand unter sein T-Shirt und ließ sie langsam über seinen Bauch kreisen.

Severus zuckte kurz und Hermine sah ihn vielsagend an.

„Kitzelig?“ grinste sie und Severus schüttelte lachend den Kopf.

Hermine legte lächelnd ihren Kopf an seine Schulter und er legte seinen Arm um sie.

„Meinst du, mir würde irgendeiner deiner Schüler glauben, das du kitzelig bist?“ meinte sie neckend und stieß ihm sanft in die Seite. (B/N: Grrrr! A/N: Eifersüchtig?!)

Severus überlegte.

„Wohl eher nicht und ich würde dir auch nicht raten, es zu versuchen!“

Lächelnd sah Hermine zur Decke, wieder einmal musste sie darüber nachdenken, was seine Schüler sagen würden, wenn sie das wüssten, was sie von ihm wusste. Niemand würde ihr auch nur irgendetwas glauben, was sie über Severus erzählen würde, sie selbst hätte es ja damals nicht mal geglaubt.

Nie hätte sie sich gedacht, das der wahre Snape ganz anders war, als er immer vorgab. Im Beisein von anderen war er wie immer kühl und abweisend, auch wenn es ihm, wie er mal gesagt hatte, selbst nicht auffiel.

Er hatte sich daran gewöhnt, nie jemanden etwas von seinen Gefühlen zu zeigen, abgesehen von Albus, der meistens schon von selbst erriet, was in seinem Zaubertränkemeister vor sich ging.

Hermine wäre nie auf die Idee gekommen, das er sich ihr gegenüber mal anders verhalten könnte, als mit seiner spöttischen und kühlen Art.

Wie sollte man bei solch einem Charakter auf die Idee kommen, dass dieser Mann durchaus Gefühle hatte, geschweige denn in der Lage war, zu lieben.

Sie konnte sich noch gut daran erinnern, was Harry kurz nach ihrer Hochzeit ihr zugeflüstert hatte, Severus hatte sie davon nie etwas erzählt und sie würde ihm auch nie etwas davon erzählen.

„Wenn er dir irgendetwas tut, dann sag mir Bescheid und ich mache Hackfleisch aus ihm!“ hatte er gesagt, Hermine hatte daraufhin nur gelacht, aber ihr war durchaus bewusst, dass Harry dies ernst gemeint hatte.

Severus war jedoch niemand, der eine Frau schlagen oder ihr einen Fluch aufhetzten würde. Er würde sich mit jemandem streiten, oder beleidigen, aber niemals würde er sie schlagen, dessen war sich Hermine sehr sicher.

Severus war kein Unmensch, er hatte Sinn für Anstand und Moral.

Sie hatten noch spät abends dort gelegen und sich unterhalten, bis Severus fand, das es an der Zeit wäre ins Bett zu gehen. Hermine widersprach nicht, da auch sie reichlich müde war.

„Severus“ meinte Hermine, als sie aus dem Badezimmer trat und auf dem im Bett liegenden Severus blickte, der nun fragend eine Augenbraue hob.

„Sag mal, wer ist eigentlich die neue Lehrkraft?“

„Welche neue Lehrkraft?“

Hermine verdrehte die Augen und legte sich zu ihm.

„Die neue Lehrerin für Verteidigung gegen die dunklen Künste!“

„Ach so“ Severus nahm sie in den Arm und löschte das Licht „Eine aus deinem Jahrgang, ich weiß auch nicht, warum Albus sie ausgewählt hat“

Hermine fühlte wie ihr etwas ins Herz stach, das bekannte Gefühl der Eifersucht. Eine aus ihrem Jahrgang hatte es geschafft in Hogwarts Lehrerin zu werden, obwohl man dies eher Hermine zugetraut hatte. Wenn sie damals nicht alles aufgegeben hätte, wäre sie vielleicht heute Lehrerin dort. Hermine war sich sicher, das sie dazu besser geeignet wäre, als manch anderer.

„Wer denn?“

Severus seufzte genervt, er hatte, ohne es zu wollen, ihr Interesse geweckt und ihre ewige Fragerei war auf die Dauer ziemlich nervtötend, das konnte er schon als ihr Lehrer nicht haben.

„Celiè Rougeville“ flüsterte er und drehte sich uninteressiert zur Seite, um endlich Schlafen zu können.

Erschrocken sprang Hermine im Bett auf und schaltete das Licht an, ungläubig sah sie zu Severus der sich reichlich genervt aufsetzte und von dem plötzlichen Licht geblendet wurde.

„Püppchen, was soll das?“ murmelte er und blinzelte mit den Augen, damit sie sich an das Licht gewöhnten. Hermine war kurz davor den Verstand zu verlieren, seit diesem Namen war sie hellwach und wäre sogar dazu fähig ihren Ehemann zu zerhaxeln, alleine schon weil er ihr nicht schon vorher erzählt hatte das es Celiè war.

„Celiè Rougeville?!“ wiederholte sie geschockt und Severus sah sie stirnrunzelnd an „Etwa die Celiè, in die du...“ (B/N: Was? A/N: Verliebt warst..?)

„Ja, die!“ unterbrach er sie gereizt und legte sich wieder hin „Würdest du jetzt endlich das Licht ausmachen?“

Hermine schüttelte den Kopf und sah Severus lange an, dieser jedoch tat so als würde ihn das gar nicht interessieren, indem er sich schlafend stellte.

„Severus, wieso hast du mir das nicht erzählt?“ rief sie vorwurfsvoll und musterte ihn wütend. Severus zuckte mit den Schulter und tappte nervös mit den Fingern auf das Bettlaken.

„Weil ich es nicht für so wichtig hielt. Darf ich jetzt bitte schlafen, ich muss schließlich morgen früh raus! Ja? Danke!“ Ohne auf ihre Antwort zu warten, löschte er das Licht wieder um Hermine zu zeigen, das dass Gespräch beendet war.

Diese überlegte noch einige Minuten lang, bis sie schließlich Severus gleichmäßiges Atmen vernahm und legte sich dann auch wieder hin.

Celiè Rougeville, hatte es also geschafft wieder nach Hogwarts zu kommen, trotz ihrer zum Schluss sinkenden Noten, aber Dumbledore hatte ja schon immer ein Herz für Schüler gehabt.

Ganz zu Anfang, als sie neu in Hermines Klasse kam, schien sie im Unterricht nicht wirklich schlecht zu sein, sie bekam gute Noten und hatte sich auch sonst nie etwas zu schulden kommen lassen. Allerdings war sie eine Slytherin und benutzte nicht gerade saubere Mittel, um an ihre guten Noten zu kommen.

Snape und einige andere Lehrer hatten sich ziemlich für sie interessiert, wobei es Snape wohl am schlimmsten getroffen hatte und sich seltsamerweise von ihr beeinflussen lassen hatte.

Sie hatte alle der Reihe nach in ihr Netz gelockt und schließlich das Unschuldslamm gespielt. Hermine hatte sich irgendwann als ihre Freundin ausgegeben und so herausgefunden, was sie für ein Spiel spielte.

Gut, sie war also wieder da und Hermine konnte nur hoffen, das Severus nicht noch mal auf sie reinfiel, aber so wahrscheinlich war das nicht, schließlich hatte er aus seinem Fehler gelernt.

Abgesehen davon war er gar nicht der Typ für so was und er hatte ja schließlich eine Frau. Wobei Celiè mit Sicherheit auch einen Mann gefunden hatte. (B/N: Hoffentlich, dann läßt sie wenigsten die Finger von dem Mann! A/N: Ich bin jetzt mal ganz still...)

Hermine hatte also keinen Grund sich Sorgen darüber zu machen, Severus hatte selbst einmal gesagt, das diese Sache abgeschlossen wäre und er sie nicht wieder hervorholen würde.

Mit diesen Gedanken schlief Hermine nach einigen Stunden endlich ein.

Kapitel 3 – Wie man den besten Freund schockt

Eigentlich bist du mir egal,

Eigentlich bist du nicht mein Typ

Einige Wochen später hatten Severus und Hermine beschlossen, mit Hilfe eines Portschlüssels auf die Hochzeitsfeier von Ron zu gehen.

Auf Hermines Wunsch hin war Severus damit einverstanden gewesen , Harry mitzunehmen, da sie es für besser hielten, zusammen dort aufzutauchen.

Hermine hatte sich gerade noch ein paar Ohrringe angesteckt, als es schon an der Tür klingelte. Sie trug extra für die Hochzeit ein langes silbernes Kleid und hohe Schuhe und bewegte sich daher etwas unbeholfen zur Tür.

„Hermine! Du siehst gut aus!“ begrüßte Harry sie, als sie die Tür geöffnet hatte. Hermine lächelte ihm flüchtig zu und drehte sich um.

„Severus? Bist du soweit, wir wollen los!“ rief sie in Richtung Schlafzimmer, aus dem er im nächsten Moment raus kam. Er hatte sich geweigert einen Anzug anzuziehen und darauf bestanden in einem seiner Umhänge zu gehen, nach langer Diskussion hatte Hermine schließlich zugestimmt, ihm aber dennoch eine Krawatte umgehangen.

Severus sah nicht gerade sehr glücklich über die Zusammenstellung aus und als Harry auch noch anfing, verlegen zu kichern, sah er ihn wütend an.

„Tschuldigung!“ murmelte Harry kleinlaut und verkniff sich ein weiteres Grinsen, Severus funkelte ihn noch einmal böse an und schritt dann an ihm vorbei aus dem Haus. Hermine zuckte nur ratlos mit den Schultern und folgte ihrem Mann.

Es war zwar noch nicht kalt draußen, aber auch nicht gerade angenehm warm, es war ein einfaches herbstliches Oktoberwetter und doch wünschte sich Hermine, eine Jacke mitgenommen zu haben. Jetzt war es auch zu spät, noch mal um zukehren und eine Jacke zu holen und Severus war schon lange kein Gentleman mehr. Er würde ihr weder seinen Umhang geben noch wieder umkehren, er würde es damit abtun, dass sie schließlich selbst dran Schuld wäre. Da Hermine nicht gerade sehr scharf auf einen Streit war, beließ sie es dabei.

Lieber fror sie, als sich Severus schlechter Laune auszuliefern. Und er hatte immer verdammt schlechte Laune, wenn sie auf irgendwelche Feste gingen.

„Wieso habt ihr eigentlich einen Portschlüssel bekommen?“ fragte Harry als sie von einem Wanderweg in einen Wald einbogen.

Severus antwortete nicht, wie nicht anders zu erwarten und so ergriff Hermine das Wort.

„Du weißt, doch das ich damals den Unfall beim apparieren hatte“ Harry nickte „Na ja, dann hat das Ministerium beschlossen mir als Sicherheit für weitere Reisen immer einen Portschlüssel zur Verfügung zu stellen!“

„Echt? Ich hätte nie gedacht, das die so etwas machen!“ murmelte Harry erstaunt und Hermine wies grinsend auf Severus, der vor ihnen ging. Harrys Augen wurden größer, als er verstand was Hermine ihm damit sagen wollte, Severus hatte sich also dafür eingesetzt. Und das, obwohl er doch bei dem Ministerium so schlecht angesehen war. Aber ein Snape, der nicht seinen Willen bekam, war auch nicht gerade angenehm, also war es andererseits auch verständlich, das er ihn bekommen hatte.

Seit dem Kampf gegen Voldemort, bei dem Severus an Harrys Seite gekämpft hatte, hatten manche ihre Meinung über ihn geändert. Aber die meisten blieben bei der Ansicht, das Severus von Grund auf böse und verdorben war, und irgendwie machte Severus das überhaupt nichts aus.

Anscheinend mochte er es am liebsten, wenn er ignoriert wurde und seine Ruhe hatte, zuviel Rummel regte ihn nur auf, wie man es jetzt deutlich an seiner Laune erkannte.

Warum er ausgerechnet Lehrer wurde, verstand kein Mensch. Harry und Hermine blieben stehen, als sie Severus in einem Busch wühlen sahen und er schließlich einen alten vergammelten Handschuh hervorholte.

Dies war der Portschlüssel, der sie in wenigen Sekunden nach Schottland zu Ron bringen würde. Und so war es auch. Hermine berührte ihn mit der linken Hand und hielt sich vorsichtshalber mit der rechten Hand an Severus fest und schon spürte sie wie sich um sie herum alles zu drehen begann, das ihr beinahe schlecht wurde. Kurz, bevor sie meinte sich übergeben zu müssen, hielt die Drehung an und ließ sie rückwärts gegen Severus taumeln, der sie vor dem Hinfallen bewahrte. Wie Severus es immer schaffte, gerade stehen zu bleiben, war ihr ein Rätsel.

Leicht benommen öffnete sie die Augen und entdeckte als erstes Harry, der auf dem Boden saß und sich gerade seine Brille wieder aufsetzte.

„Ich hasse Portschlüssel!“ murmelte dieser und raffte sich auf, Hermine bemerkte das er ziemlich bleich im Gesicht war.

„Sie haben nur keine Ahnung, wie man angenehm damit reist, Mr. Potter,“ feixte Severus und lächelte schadenfroh „es wäre weitaus hilfreicher, wenn Sie den Portschlüssel fixieren würden und nicht das um Sie herum.“

Harry schnaubte kurz ärgerlich und klopfte sich die Klamotten ab, er hatte Hermine versprochen, sich nicht mit Severus zu streiten, obwohl er doch nie damit anfing.

„Sind wir hier richtig?“ murmelte Hermine und sah sich staunend um, vor ihnen befand sich ein riesiges Schloss, auf dessen noch größeren Grundstück sie sich gerade befanden.

Severus nickte und ging auf das Schloss zu. „Meine Cousine hatte immer einen Hang dazu, äußerst nobel zu wohnen. Im Vergleich zu ihren vorigen Häusern ist das hier nichts!“

Häuser sagte Severus dazu? Haus konnte er das nennen, indem sie wohnten, aber dieses hier war eindeutig ein Schloss. Hermine hatte gelesen, das die meisten Bewohner von Schottland ein großes Grundstück hatten, aber solch ein Schloss hatte sie nie zuvor gesehen.

Wenn dort ein ganzes Königreich leben würde, würde sie es ja noch verstehen, aber wenn dort tatsächlich nur zwei Personen leben sollten, fände sie es ein wenig übertrieben.

Es war einfach riesig und die Wand war mit Unmengen von Fenstern und Türen geschmückt.

Ginger musste wirklich eine ziemlich reiche Frau sein, zwar waren für Hermines Verhältnisse die meisten Snapes nicht gerade arm und selbst Severus hatte nicht wirklich wenig Geld, aber soviel hatte er nun auch nicht. Glaubte Hermine zumindest, aber wie viel Geld er wirklich hatte, wusste sie nicht, sie hatte sich auch nie dafür interessiert. Seine Cousine lebte ihr Geld jedenfalls aus, was man deutlich an diesem Schloss sah, während Severus lieber in kleinen unauffälligeren Häusern wohnte.

„Jetzt weiß ich, wieso Ron diese Frau heiratet!“ murrte Harry als sie das Schloss erreicht hatten und an einer Tür klopften.

Hermine warf ihm einen vorwurfsvollen Blick zu, als auch schon die Tür aufging und sich ein Hauself vor ihnen verbeugte.

„Mister Severus Snape ist da, Guten Abend, Sir!“ dann drehte er sich zu Hermine und Harry um und sah sie lange kritisch an, besonders Harry wurde lange gemustert. Schließlich fiel ihm irgendetwas ein und verbeugte sich hastig vor Hermine und Harry „oh und Misses Snape und... und Mr. Harry Potter! Rinky wird Sie sofort reinführen, Harry Potter, Sir. Rinky hat schon soviel von seinem Meister über ihn erzählt bekommen...“

Severus verzog leicht verärgert das Gesicht, als der Elf ihnen Platz machte und sie durchließ. Als sie alle drinnen waren und der Elf sie durch das Haus führte, nahm Hermine sich Harry zur Seite.

„Harry, Ron hält doch wirklich Hauselfen! Mit dem werde ich ein ernstes Wörtchen zu reden haben!“

„Hermine,“ Harry seufzte genervt und verdrehte die Augen „Bist du noch immer nicht über diese Belfer Sache weg gekommen?!“

Hermine schnaubte beleidigt und machte ein paar schnelle Schritte um nun neben Severus zu gehen.

„Und im übrigen heißt es B.ELFE.R!“ raunzte sie und Harry schüttelte lachend den Kopf. In solchen Situationen war sie noch immer die alte und es war kaum zu glauben, das sie nach all den Jahren diese ganze Hauselfen Geschichte nicht aufgegeben hatte. In solchen Dingen konnte sie sehr empfindlich sein.

Sie betraten schließlich einer nach dem anderen einen großen Raum, in dem sich schon einige Gäste versammelt hatten und der Hauself verabschiedete sich eiligst.

„Sevyyy!!“ rief eine auffällig hohe Stimme und eine ziemlich dünne junge Frau, mit langen blonden Haaren, stürmte auf Severus zu und drückte ihn stürmig. Harry brach sofort in schallendes Gelächter aus und konnte sich nur nach zwei bis drei Rippenstößen von seinem Lachanfall erholen. Neugierig ließ die Frau, eindeutig Ginger, Severus wieder los und besah sich Hermine und Harry.

„So, du bist also Severus Frau?“ meinte sie lächelnd und hielt Hermine die Hand hin. „Ich bin Ginger!“ Hermine schüttelte ihre Hand freundlich „Hermine“ lächelte sie.

„Ronald, kommst du mal bitte?!“ rief Ginger in den Raum und kurz darauf erschien ein rothaariger junger Mann, den Hermine eindeutig als Ron Weasley erkannte.

Unsicher trat Hermine einen Schritt zurück neben Harry und hinter Severus, so das sie Ron nicht als erste auffiel, sondern Severus.

„Ronald, du kennst doch sicher noch meinen Cousin Severus, oder?“ Hermine konnte Rons Gesichtsausdruck zwar nicht sehen, aber sie sah ihn bildlich vor sich. Sie wusste noch zu genau, wie sehr Ron Severus gehasst hatte.

„Ja natürlich,“ hörte sie Ron mit gespielter Freundlichkeit sprechen „Guten Abend, Professor“

Severus nickte nur als Antwort und die beiden schüttelten sich kurz die Hand.

„Er hat seine Frau und noch einen Freund mitgebracht!“ rief Ginger erfreut, sie hatte von dem Gegenseitigem Hass der beiden anscheinend nichts bemerkt.

Harry trat als erster hervor und dicht hinter ihm Hermine, man konnte deutlich sehen das es Ron die Sprache verschlagen hatte, als er Harry erkannte.

„Harry...“ würgte er überrascht hervor und umarmte ihn glücklich. „Wie kommst du denn hier her?“

Harry antwortete nicht, sondern riss sich von Ron los und wies grinsend auf Hermine, wieder schien er sprachlos zu sein und starrte Hermine nur mit großen Augen an.

„Hallo?“ murmelte sie unsicher und Ron schloss auch sie fest in die Arme.

„Bei Merlin, bist du hübsch geworden!“ Hermine erschien es wie eine Ewigkeit, in der sie von Ron im Arm gehalten wurde und dieser dachte nicht einmal daran sie loszulassen, bis schließlich Harry an seine Schulter tippte.

„Ron, das tut man nicht im Beisein des jeweiligen Ehepartners!“ Ron ließ sie nun langsam los und lachte.

„Ach was, Ginger macht das nichts aus!“

„Ginger vielleicht nicht, aber Professor Snape hast du nicht um Erlaubnis gefragt!“

„Harry!“ meinte Hermine mahnend.

Harry fing an zu lachen und auch Ron stimmte kurz mit ein, bis ihn dann die Erkenntnis traf.

„Wie?“ fragte er verwirrt und sah erst von Harry zu Hermine und dann schließlich zu Severus der neben ihr stand und Ron finster anblickte.

„Hermine, das ist nicht so wie Harry es gesagt hat, oder hab ich etwas falsch verstanden?“ Hermine zuckte ratlos mit den Schultern, sie war sich ganz sicher gewesen, das Ron von ihrer Hochzeit wusste, schließlich hatte sie ihm eine Einladung zugeschickt. Obwohl wenn sie jetzt darüber nachdachte, sie hatte nie eine Antwort erhalten, also konnte es durchaus möglich sein, das Ron nichts davon wusste. Aber Ginny und die anderen der Familie Weasley wussten es doch auch, irgendwas hätte doch durchsickern müssen, oder?

Ein kalter Schauer überkam sie und man merkte wie sie innerlich immer kleiner und kleiner wurde.

Es musste ein riesiger Schock für Ron sein, damit so überfallen zu werden, vor allem, da er Severus ja nie sonderlich gut leiden konnte. Und jetzt plötzlich musste er feststellen das seine beste Freundin mit ihm verheiratet war. Gerade mit jemandem, der den dreien die Schulzeit zur Hölle gemacht hatte und über den Ron am meisten geschimpft hatte.

Unsicher tapste Hermine von einem auf den anderen Fuß.

„Hermine...“ stotterte Ron geschockt „Würdest du mir bitte deinen aktuellen Nachnamen sagen?“

Er wusste es nicht!

„Ron... du..“ begann sie, brach jedoch abrupt ab, als sie im Augenwinkel wahrnahm das Severus schadenfröhlich grinste.

„Ich wüsste nicht, was es da zu grinsen gibt!“ fauchte sie Severus an und drehte sich wieder zu Ron.

„Ja Ron, ich habe ihn geheiratet und ich bin glücklich mit dieser Entscheidung...“ wieder vernahm sie aus den Augenwinkeln sein grinsen „aber manchmal würde ich ihn liebend gerne auf den Mond schießen!“ Jetzt war es raus und Hermine atmete tief durch, dann sah Ron unsicher an. Dieser jedoch gab keinerlei Reaktionen von sich, einzig und allein seine rot glühenden Ohren verrieten, das er kurz vorm Platzen stand.

Das war schon immer ein schlechtes Zeichen gewesen und bedeutete meist, das er etwas Blödes und Unüberlegtes anstellte, aber er schien sich in Gedanken zu maßregeln. Einige Momente lang sahen sich beide nur schweigend an, bis Ron schließlich nickte und mit den Schultern zuckte.

„Tja, wenn du so wirklich glücklich bist,“ meinte er knapp und Hermine atmete erleichtert auf, wobei sie ihn glücklich anlächelte „aber Gnade seiner Asche, wenn er dich einmal unglücklich macht!“ Ron warf Severus noch einen hasserfüllten Blick zu, den dieser standhaft erwiderte und forderte sie dann auf, sich zu setzen.

Hermine war sich nicht sicher ob, dies jetzt ein gutes Zeichen war oder der Beginn eines langanhaltenden Streits. Wie sie Ron kannte, würde er nachdem er den ersten Schock überwunden hatte, wieder darauf herumreiten und sie wusste nicht, ob Severus bei manchen seiner Wörter noch immer schadenfroh grinsen würde.

Kapitel 4 – Unstimmigkeiten

Und auf jeden Fall,

bin ich fast gar nicht in dich verliebt!

Zwischen Ron, Harry und Hermine hatte sich soweit alles geklärt. Ron hatte Hermines Einladung zur Hochzeit nicht erhalten, da die Eule sie wahrscheinlich in sein Büro gebracht hatte und dort so ziemlich alles was an Post eintraf einfach weggeworfen wurde, aus dem Grund, weil er täglich viele Beschwerden, Komplimente oder Heuler bekam. Diese alle durchzusehen, machte unnötige Arbeit, die sich Ron nicht leisten konnte.

Er arbeitete in einer Vertreterstelle des Ministeriums, ganz in der Nähe seines Hauses, in der Abteilung für Quidditch-Verwaltung. So ziemlich nach jedem Spiel, das irgendwie verloren wurde, trafen Dutzende von Beschwerden ein, die Leute abschickten, um ihren Frust irgendwo rauszulassen.

„Aber wieso hast du dich denn die ganze Zeit über nicht bei uns gemeldet?“ fragte Hermine gerade und nippte an ihrem Glas mit Punsch.

Ron zuckte mit den Schultern.

„Nun ja, ich dachte, ihr wäret beide immer sehr beschäftigt. Von dir dachte ich, das du studieren wolltest und von Harry wusste ich, das er immer nur unterwegs war. Und dann eine Einladung zur Hochzeit zu schreiben, war mir auch zu blöd, da ich der Meinung war, ihr wäret mit Sicherheit sauer oder so was!“

Hermine zog eine Augenbraue hoch und sah Ron ungläubig an.

„Hör mal, wir sind deine besten Freunde. Du müsstest eigentlich wissen, das wir immer für dich Zeit hätten. Wir hätten dir ja geschrieben, aber es wusste keiner, wo du warst. Nicht mal deine Eltern!“

Harry nickte zustimmend und Ron sah bei dem Wort Eltern betreten zu Boden.

„Ich hatte damals einen kleinen Streit mit meinen Eltern und bin einfach abgehauen. Aber ich möchte jetzt nicht darüber reden!“ meinte er und stand schließlich auf und entschuldigte sich damit, das er jetzt den Tisch fürs Abendessen decken müsste.

Harry und Hermine tauschten einen kurzen verwirrten Blick aus und Hermine wandte sich dann dem Gespräch von Severus und Ginger zu.

Sie waren inzwischen schon seit gut drei Stunden hier und Severus hatte sich tatsächlich die ganze Zeit nur mit Ginger unterhalten und Hermine so gut es eben ging ignoriert.

Ihr war es nicht weiter aufgefallen, das sie sich ja selbst die ganze Zeit mit Ron ausgesprochen hatte, aber inzwischen machte es sich doch bemerkbar.

Sie hatte heute weder einen Kuss, noch irgendeine Umarmung bekommen, aber wahrscheinlich ging es Severus ähnlich wie ihr und er hatte sich einfach nur zu sehr in das Gespräch mit Ginger vertieft.

Kurzentschlossen lehnte sie sich schließlich zu ihm herüber und drückte ihm einen Kuss auf die Wange.

„Möchtest du noch etwas trinken?“ flüsterte sie ihm liebevoll ins Ohr und Severus drehte sich kurz zu ihr um.

„Nein danke, es gibt ja gleich Abendessen, dann wird auch noch mal ausgeschenkt!“ meinte er abwesend und wandte sich wieder zu Ginger.

Leicht gekränkt sah sie wieder zu Harry herüber und zuckte seufzend mit den Schultern. Harry lächelte und trank noch einen Schluck Punsch.

„He, Mine. Was hältst du davon, mit mir zu tanzen?“ schlug er vor und Hermine sah ihn verwundert an.

„Jetzt?“ Harry nickte und Hermine warf daraufhin einen unsicheren Blick zu Severus, der davon nichts mitbekommen hatte und immer noch mit Ginger redete.

Leicht säuerlich stand sie auf „Klar!“ vielleicht würde Severus ja im Laufe des Abends noch auffallen, dass sie nicht mehr neben ihm saß.

„Prima!“ meinte Harry und führte sie zur Tanzfläche. Es wurde ganz normale Musik zum Discofox gespielt und den konnte Hermine zu ihrem Glück tanzen.

„Ganz schön langweilig, den ganzen Abend nur rumzusitzen“ meinte sie und sie begannen zu tanzen. (A/N: Klingt irgendwie blöd...)(B/N: Stümmt, saublöd kennt das, da ihr Mann auch ein Tanzmuffel ist)

Harry lachte „Ja und wie ich Snape kenne, würde er mit Sicherheit nicht tanzen!“ Hermine lachte ebenfalls.

„Denke ich auch, zu Hause schon eher, aber hier nur über seine Leiche!“

„Oh, das ließe sich einrichten...“ meinte er und setzte schnell noch ein „ja schon gut. Entschuldige“ hintendran, als er Hermines warnenden Blick erkannte.

Hermine und Harry tanzten einige Zeit lang schweigend so weiter und Hermine besah sich unauffällig die Gäste, die vereinzelt tanzten oder schwatzend an einem Tisch saßen.

Hermine kannte einige vom sehen her, aber die meisten Gesichter waren ihr unbekannt. Ron hatte anscheinend nicht viele seiner Freunde eingeladen, so gesehen eigentlich gar keine. Nicht einmal seine eigene Familie.

Hermines Blick fiel rüber zu Severus, der tatsächlich noch immer nicht gemerkt hatte, das Hermine nicht mehr neben ihm saß, er war noch immer in sein Gespräch mit Ginger vertieft, zu dem sich jetzt noch ein anderer Mann gesellt hatte, den Hermine irgendwoher zu kennen schien.

„Hey, sieh nicht zu oft darüber!“ meinte Harry lächelnd und Hermine zuckte erschrocken zusammen. Verwirrt sah sie ihn an und lächelte dann nach einiger Zeit.

„Wahrscheinlich hast du Recht“ murmelte sie und starrte auf ihre Füße.

„Einen Mann wie Lucius Malfoy sollte man nicht zu lange anstarren!“ flüsterte Harry mahnend und Hermine hob entsetzt ihren Kopf.

„Du meinst, das ist Lucius Malfoy?!“ (B/N: Himmel, taucht der denn überall auf?) (A/N: Jep, das hat auch einen besonderen Grund, dass er da ist. Romy hat mich auf diese Idee gebracht, danke noch mal!) rief sie entsetzt und Harry hielt ihr eilig den Mund zu.

„Sag es doch bitte noch lauter, ich glaube er hat uns noch nicht gehört!“ zischte Harry wütend und zerrte sie in eine unbelichtete Ecke.

Hermine spürte das ihnen ein paar neugierige Blicke folgten, schon allein aus dem Grund, da hier jedem bekannt war, dass sie mit Harry Potter getanzt hatte und sie Severus Snapes Frau war. Wahrscheinlich würden in kürze die obskursten Gerüchte über sie existieren, aber sie wusste, das Snape sich nichts aus Gerüchten machte, also tat sie es auch nicht und Harry hatte schon lange aufgehört, Gerüchte ernst zu nehmen.

„Was tut der denn hier?!“ flüsterte Hermine gedämpft und sah von Harry wieder zu Severus und Lucius rüber.

Harry zuckte mit den Schultern und wendete seinen Blick ab.

„Keine Ahnung, wenn ich ehrlich, bin interessiert es mich auch nicht sonderlich. Er ist und bleibt ein...“ (B/N: -tanzt aufgeregt durch die Gegend- ein Arschloch, ein Arschloch – ups, sorry, ist mir so rausgerutscht!) (A/N: Macht nichts, ist mir auch schon passiert!)

„Harry!!“

„Schon gut, schon gut!“ Harry verdrehte die Augen und ging mit Hermine rüber zum Getränke Büffet und füllte für Hermine und sich zwei Gläser mit Punsch.

Dankend nahm Hermine das Glas an und trank es in einem aus. Zwar vertrug sie nicht so viel Alkohol, aber das hatte sie jetzt gebraucht.

Severus hatte ihr erzählt, er würde nicht mehr mit Lucius kontaktieren und jetzt saßen sie an einem Tisch und unterhielten sich, als ob sie immer die besten Freunde gewesen wären. Lucius Malfoy hatte mit Sicherheit mal wieder die besten Gerüchte auf Lager, er war ein absolut unbeliebter Mensch und Hermine hatte schon genug damit zu tun, mit dem Ruf von Severus zu kämpfen und jetzt ruinierte dieser Mensch wieder alle Bemühungen.

Sie konnte sich gut daran erinnern, wie Lucius in ihrem fünften Jahr nach Azkaban gebracht wurde, nur um es kurz darauf wieder zu verlassen. Sein Geld und seine Kontakte wogen eben mehr als sein Leben als Todesser. Er würde sich nie ändern, Severus hatte dies bereits getan, aber wie sie Lucius kannte, würde er mit diesem Gespräch wieder alles zunichte machen.

Männer, schnaubte Hermine gedanklich, immer das selbe mit denen.

„Harry, Hermine!!“ rief eine hohe Stimme ganz in ihrer Nähe und eine Frau mit roten langen Haaren kam auf sie zu. Hermine hatte sie auf den ersten Blick gar nicht erkannt, aber schließlich erinnerte sie sich an das immer lachende Gesicht ihrer damaligen Freundin.

„Ginny!“ rief Hermine erstaunt und umarmte sie glücklich „Du hast dich aber verändert!“ Ginny trug ein schwarzes enganliegendes Kleid und einen dünnen Seidenschal um den Hals. Sie war ja schon immer ziemlich hübsch gewesen, aber jetzt sah sie noch um einiges hübscher aus.

Hermine hatte sie auch schon seit Ewigkeiten mehr gesehen, sie wusste das Ginny in Hogwarts einen guten Abschluss gemacht hatte und anschließend in irgendeiner Bar gearbeitet hatte.

„Ich dachte, Ron hätte Streit mit euch“ meinte Harry, als auch er sie kurz umarmt hatte. Ginny zuckte lächelnd mit den Schultern.

„Ja, mit meinen Eltern zumindest. Aber Fred, George und mich, hatte er eingeladen. Aber Fred und George haben gerade heute eine Betriebsfeier für ihren Laden und können nicht kommen!“

Harry und Hermine nickten verständnisvoll und folgten Ginny an ihren Tisch, zu Hermines Leidwesen direkt gegenüber von Severus und Lucius.

„Was machst du denn sonst so?“ fragte Hermine, um sich abzulenken und Ginny verzog das Gesicht zu einem Grinsen.

„Ich bin mit meinem Freund hier, ihm gehört übrigens die Bar, in der ich arbeite“ Ginny lachte zufrieden „und ich bin vor kurzem ausgezogen und wohne jetzt mitten in London. Ansonsten ist alles beim alten! Und was macht ihr, wie geht es Snape?“

Hermine brach in Gedanken zusammen, Bravo Ginny, das war genau die falsche Frage! Gehen Sie nicht über Los, ziehen Sie keine 4000 Galleonen ein!

„Momentan geht es ihm noch gut...“ murrte Hermine.

„...Aber das wird sich im Laufe des Abends noch ändern!“ vervollständigte Harry lachend ihren Satz, Hermine warf ihm einen ernsten Blick zu, der ihm klar machte, das dies absolut kein Witz war.

Ginny schaute unsicher zwischen den beiden umher und sah dann zu Severus.

„Was.. was hat er denn getan?“ fragte sie vorsichtig.

„Siehst du denn nicht, in wessen Gesellschaft er sich befindet?!“ meinte Hermine und ihre Laune sank auf minus achtzig, während sie nach Harrys Punsch griff und sein Glas leer trank. Dieser sah erstaunt erst zu seinem Glas, dann eingeschüchtert zu Hermine und stand schließlich auf, um zwei neue Gläser zu holen.

„Also, das er sich mit Lucius unterhält, ist ja wirklich nichts neues. Das hättest du dir auch vor deiner Hochzeit denken können!“ sagte Ginny abschätzend und klopfte ihr aufmunternd auf die Schulter. Hermine hatte eigentlich gar keine wirkliche Lust darüber zu reden, aber vielleicht konnte sie durch ein ordentliches Gespräch wieder normal feiern. Es war ja eigentlich auch gar nicht so schlimm.

„Ja, ich konnte es mir denken. Allerdings hatte er mir vor nicht langer Zeit gesagt, er würde sich nicht mehr mit ihm unterhalten. Allein schon, weil sein neuer Ruf, den ich ihm verschafft habe, sich wieder verabschiedet!“

Ginny schüttelte ungläubig den Kopf.

„Nun hör mal, das er sich mit ihm unterhält, ist doch wohl kein Verbrechen. Außerdem musst du dir überlegen was dir wichtiger ist, euer Ruf oder eure Ehe!“ Ginny zog lächelnd eine Augenbraue hoch und Hermine seufzte schwer.

„Stimmt auch wieder...“ meinte sie nur und sah rüber zu Harry, der mit drei Gläsern beladen wieder zurück zum Tisch kam und schließlich jedem ein Glas in die Hand drückte mit den Worten: „So dies mal gibt es Kürbissaft, ich habe nicht wirklich Lust auf ein Besäufnis“

Hermine lächelte und Ginny sah recht empört auf ihr Glas Kürbissaft, aber Harry duldete keinen Widerspruch.

Hermines Blick wanderte ein letztes Mal zu Severus, der sich inzwischen ein neues Glas Punsch besorgt hatte und nun gelangweilt in die Menge sah, während Ginger ihm noch immer irgendetwas erzählt.

Severus und Hermines Blick trafen sich und Hermines Herz machte einen erneuten Satz, als er ihr liebevoll zulächelte.

Sie fühlte sich fast ein bisschen ertappt, denn es schien so als wollte er sich für etwas entschuldigen. Wahrscheinlich war ihm doch noch eingefallen, das er sich nicht mit Lucius unterhalten sollte, der sich inzwischen einen neuen Sprechpartner gesucht hatte.

Und wieder einmal fragte sie sich, wie es dieser Mann fertig brachte, sie mit nur einem Lächeln wieder zu besänftigen.

„Es gibt zwei Möglichkeiten für dieses Lächeln,“ murmelte Hermine nachdenklich, während Harry und Ginny sie verwirrt musterten. „Entweder tut es ihm ehrlich Leid und er hat ein schlechtes Gewissen, oder aber er hat irgendetwas geplant, wahrscheinlich mit Lucius, und entschuldigt sich schon mal für das was in naher Zukunft passiert!“

Harrys Augen wurden groß und Ginny schüttelte genervt den Kopf.

„Du leidest unter Verfolgungswahn!“ seufzte sie.

„Das ist doch absurd!“ meinte Harry nun „Er sitzt doch ganz friedlich da, so als könnte er keiner Fliege was zu Leide tun.“

Hermine verengte die Augen zu Schlitzen und blickte verschwörerisch zu Harry.

„Genau das ist es! Gerade weil er etwas geplant hat, sitzt er so friedlich da, überleg doch mal. Das ist die Ruhe vor dem Sturm!“

„Hermine, du machst mir langsam echt Angst. In manchen Dingen wären du und Trelawney wirklich ein gutes Team!“

Harry mochte vielleicht so denken, aber er hatte eine Kleinigkeit übergangen, sie war ganz sicher nicht verrückt, ebenso wenig wie Severus dumm war.

Sicher hatte seine Vergangenheit als Todesser nichts Gutes an sich gehabt, aber dort hatte er gelernt zu Lügen und seine wirklichen Gefühle zu verstecken, um die zu zeigen, die Lord Voldemort sehen wollte. Ganz genauso war es doch mit Lucius, außen hin wirkte er wie der nette Kerl von nebenan, nur um denen, die er brauchte Honig ums Maul zu schmieren.

Aber Hermine würde schon noch hinter sein Geheimnis kommen, sie war sich ganz sicher, das da etwas war, was sie nicht wissen sollte.

Von einer Dummheit zur anderen

Ich steh zwar ab und zu, einfach nur so vor deiner Tür,

doch im Prinzip will ich gar nichts von dir...

Hermine hatte sich noch lange mit Ginny unterhalten, anschließend noch ein paar Runden mit Harry getanzt und sich schließlich mit Harry wieder zu Severus gesetzt.

Ron hatte in dieser Zeit tatsächlich den Tisch gedeckt und sich beim Abendessen wieder zwischen Harry und Ginger gesetzt.

„Du hast wohl Angst zuzunehmen!“ meinte Hermine lächelnd zu Severus, als sie dessen Teller sah, auf dem gerade mal eine halbe Schnitte Brot mit Käse und Salat lag. Severus machte sich nicht viel aus ihrem Kommentar und zuckte mit den Schultern, während er nach seinem Kelch mit Wein griff und einen Schluck trank.

„Du weißt, das ich selten viel bei anderen Leuten esse!“ murrte er und biss nicht wirklich überzeugt in sein Käsebrot.

„Ach Sevy, greif ruhig zu. Es ist schließlich genug da“ rief Ginger, die das Gespräch mitbekommen hatte. Hermine konnte sich nicht helfen, aber Ginger war ihr ziemlich unsympathisch, sie schien keine Grenzen zwischen Anstand und Unartigkeit zu haben. Für sie gehörte alles zu ihren Gesprächen und sie schien nicht einmal zu merken, das die Leute von ihren Gesprächen nicht gerade begeistert war.

„Du weißt doch, was deine Tante gesagt hat, irgendwann brichst du noch durch, wenn du weiter so wenig isst!“ Nicht zu vergessen, das Ginger eine unmöglich hohe Stimme besaß, die zu allem Überfluss noch unmöglich laut war, ganz genauso wie ihr penetrantes Lachen, welches sie den ganzen Abend schon an sich hatte.

„Sie hatte mir immer erzählt, wenn ich nichts gegessen habe Du willst doch nicht so dürr wie dein Cousin werden. Seltsamerweise hat mich das immer zum Essen gebracht. Sie müsste heute eigentlich auch noch kommen. Erst neulich hat sie uns wieder besucht...“

„Liebling, erzähl doch nachher weiter. Iss doch erst mal“ stoppte Ron sie freundlich.

Hermine lächelte, als sie sah, wie Severus genervt die Augen verdrehte und er seinen Teller schließlich ganz von sich wegschob. Anscheinend hatte ihm das Gerede den Appetit ganz verdorben.

Sie widmete sich wieder ihrem eigenem Teller, auf dem sich eine Portion Salat befand, missmutig pickte sie die Tomaten heraus und schob sie Severus in den Mund, dieser zog nach der ersten Tomate fragend eine Augenbraue hoch.

„Du weißt, das ich keine Tomaten mag.“ Lächelte sie und hielt ihm die nächste hin.

„Aha und warum schippst du sie dir dann auf deinen Teller?“

„Damit du nicht verhungerst!“

Severus sah sie gespielt verärgert an, sagte aber nichts weiter.

Nach dem Abendessen kamen noch ein paar Gäste hinzu unter anderem auch Professor McGonagall, die sich sofort nach ihrer Gratulation bei Ron und Ginger, neben Hermine setzte.

„Schön, dich mal wieder zu sehen Hermine. Wie geht es dir?“ begrüßte sie freundlich und füllte ihren Kelch mit Wein.

„Danke, mir geht es gut. Wie immer!“ erwiderte sie höflich.

„Das dachte ich mir. Ich hoffe doch, Severus ärgert dich nicht zuviel“ meinte sie lächelnd mit einem kleinen sarkastischen Seitenblick zu Severus ,der ihr ein gespieltes Lächeln schenkte.

Hermine lachte daraufhin.

„Ach, mit dem werde ich noch fertig!“ grinste sie.

„Ja, ich werde zweimal am Tag von meinen Handschellen befreit und darf mich austoben, anschließend werde ich wieder angekettet“ murrte dieser und lehnte sich gelangweilt in seinem Stuhl zurück.

Hermine stieß ihm sanft in die Rippen und schüttelte empört den Kopf.

„Anders wird man mit Ihnen ja nicht fertig, Severus“ lachte Minerva „Ach wie läuft es eigentlich mit ihrem und Professor Rougevilles Projekt?“

Hermine, die gerade von ihrem Wein trinken wollte, hielt in ihrer Bewegung inne und sah fragend zu Severus rüber, der erschrocken zusammenzuckte und unsicher auf seinem Stuhl hin und her rutschte.

„Was für ein Projekt denn?“ fragte Hermine an McGonagall gewandt, die sie überrascht ansah.

„Hat Severus dir denn nichts davon erzählt?“ meinte sie zögernd und warf einen fragenden Blick zu Severus, der gar keine Miene von sich gab.

Hermine schüttelte in einem Anflug von Wut den Kopf und sah dann abwartend von Minerva zu Severus. Keiner der beiden sagte etwas und Hermine zuckte mit den Schultern und atmete tief durch, um ihre Wut zu unterdrücken.

„Nein, hat er nicht! Aber ist ja auch nicht so wichtig!“ Severus ignorierend, stand sie auf und sah zu Harry rüber, der sie verunsichert ansah. „Harry, wir wollte uns doch noch das Grundstück ansehen, kommst du?“

Harry nickte hastig und sah zu Severus, der ihn wütend anblickte. „Ja, ich komme“ Eilig stand er auf und verließ mit Hermine den Raum und die beiden setzten sich draußen auf die Treppen der Veranda.

Schweigend saßen die beiden so da und sahen sich einfach nur die Gegend an, es war inzwischen dunkel geworden und man sah schon vereinzelt ein paar Sterne am Himmel. Neben ihnen am Geländer befand sich eine kleine Lampe, die Licht spendete und Hermine war ganz glücklich, das es zu dieser Jahreszeit keine Mücken gab (B/N: Die Biester mag ich auch nicht! A/N: Ich hasse sie!), allerdings war es auch nicht gerade warm.

„Hier!“ meinte Harry und hing ihr seine Jacke über die Schultern „Du hättest dir besser eine Jacke mitnehmen sollen!“

Hermine lächelte dankbar und wickelte die Jacke fest um sich.

„Jetzt erzähl mal, was das sollte!“ forderte er sie auf und lehnte sich etwas zurück und streckte die Beine aus.

Hermine seufzte und sah ein paar der Gäste über die Wiese spazieren gehen.

„Ach, weißt du, Severus hält es anscheinend nicht für nötig, mich über das, was er macht, zu informieren. Erst erzählt er mir nicht, das Celiè die neue Lehrerin ist und dann entschuldigt er sich und sagt aber trotzdem nicht, das er irgendein bescheuertes Projekt mit ihr macht. Was soll das!“

Harry zog seine Stirn in Falten und überdachte Hermines Worte noch einmal.

„Celiè“ murmelte er vor sich hin „Du meinst Celiè Rougeville, richtig?“

Hermine nickte und sagte vorsichtshalber nichts dazu, da sie merkte wie die Tränen in ihr hochstiegen.

Wieso hatte Severus ihr nichts davon erzählt, schließlich ging diese Sache sie doch genauso etwas an.

Er wusste doch, das sie nicht sonderlich gut auf diese Person zu sprechen war und gerade deshalb hätte er wissen müssen, das sie davon in Kenntnis gesetzt werden wollte.

Aber er hatte ihr nichts erzählt. Nicht einmal, als McGonagall das Thema angesprochen hatte, hatte er versucht, es ihr zu erklären.

Warum tat er so etwas?

Hermine war unglaublich froh, das sie Harry bei sich hatte, sie wusste nicht was sie getan hätte, wenn sie alleine mit Severus hier gewesen wäre. So hatte sie wenigstens jemanden, der bei ihr war und ihr Trost spendete.

„Weißt du, Herm,“ meinte Harry nach einer Weile und Hermine wandte sich zu ihm „ich denke, wenn es etwas wichtiges gewesen wäre, hätte er dir etwas davon erzählt. Ich meine, er erzählt dir ja zum Beispiel auch nicht von irgendwelchen Kindern, die ihn wieder genervt haben, weil es für ihn einfach nicht wichtig ist...“

„Doch!“ unterbrach Hermine ihn bestimmt „Er erzählt mir von den Kindern, die ihm auf die Nerven gehen. Er erzählt mir von ihrer Dummheit, von Kesseln, die im Unterricht schmelzen und von Kindern, die so tollpatschig sind wie Neville!“

Harry seufzte und schwieg eine Weile. Hermine beobachtete ein paar Kinder, die einem Ball hinterher jagten und sich dabei spielend über den Boden wälzten.

Die Kinder schätzte Hermine beide auf gerade einmal sieben Jahre und wieder wurde ihr bewusst, das sie so schnell nicht ihre eigenen Kinder spielen sehen würde.

„Ach, er hat wahrscheinlich viel zu tun und zuviel im Kopf, er wird einfach nicht daran gedacht haben“ versuchte es Harry wieder und Hermine beobachtete, wie der Ball der beiden Kinder vor Harrys Füße rollte und dieser ihn lächelnd wieder zu den beiden Kindern schoss.

„Ja“ meinte Hermine nachdenklich „Wahrscheinlich hatte er zuviel mit dem Projekt zu tun, um mir davon zu erzählen!“

Harry schnaubte genervt und verdrehte die Augen.

„Hermine, er hat schon lange kein Interesse mehr an Celiè, glaubst du wirklich, er würde dich mit ihr betrügen! Es wird schon eine ganz simple Erklärung haben!“

Hermine hielt den Atem an, daran hatte sie tatsächlich noch nicht gedacht, ängstlich drehte sie sich zu Harry, der sie fragend ansah.

„Glaubst du, er wurde mich betrügen?“ fragte sie mit zitternder Stimme und Harry knirschte verzweifelt mit den Zähnen. Er hatte, ohne es zu wollen, sie noch tiefer in dieses Thema reingesteigert.

„Nein, Herm. Das glaube ich nicht“ beruhigend nahm er sie in den Arm „Snape ist gar nicht der Typ für so etwas und er hat mit Sicherheit aus seinem damaligen Fehler gelernt. Abgesehen davon hat Celiè nun auch gar keinen Grund mehr dazu, gute Noten kann sie schließlich nicht mehr bekommen!“

Hermine krallte sich traurig an seinem Hemd fest und schloss die Augen.

„Harry...“schluchzte sie „ich würde das echt nicht vertragen!“

Harry drückte sie fester an sich und strich ihr tröstend über den Rücken.

„Hey, du steigerst dich da in etwas rein. Mach dich nicht selbst unglücklich!“ Hermine nickte langsam. Harry stand auf und zog sie mit sich.

Lächelnd wischte er ihr mit dem Daumen die Tränen weg und legte seinen Kopf schräg.

„Denk nicht mehr dran, sprich dich mit ihm heute Abend aus! Und jetzt gehen wir erst mal tanzen!“

Er nahm sie bei der Hand und kurz bevor sie reingingen, stoppte sie ihn und gab ihm seine Jacke zurück.

Als sie die Tanzfläche betraten und anfingen zu tanzen, warf sie einen kurzen Blick zu Severus rüber, der ganz und gar keine Schuldgefühle zeigte und sich fröhlich mit Minerva unterhielt.

Harry drehte mit seiner Hand, ihren Kopf zu ihm rüber so das sie ihn ansehen musste.

„Leidest du unter Amnesie?“ fragte er spöttisch und Hermine rang sich ein Lächeln ab, warf jedoch immer wieder heimliche Blicke zu Severus, der sie noch nicht bemerkt hatte.

Als schließlich ein etwas langsameres Lied gespielt wurde, schmiegte Hermine sich enger an ihn und versuchte so ihre Trauer zu unterdrücken. Harry umarmte sie etwas fester und nach einigen Momenten bemerkte sie Severus Blick auf sich ruhen.

Jetzt hatte sie ihn, sie wusste genau, das er sie beobachtete, wenn auch nur, um ihr nachher Vorwürfe zu machen, aber so konnte er endlich einmal das fühlen, was sie fühlte. Diesen Schmerz und sie entschloss sich, ihn noch größer werden zu lassen.

Sie gab sich Mühe, nicht zu ihm hin zu sehen, stattdessen sah sie zu Harry und küsste ihn kurzerhand.

Es war ein spontaner Kuss und Harry war anfänglich überrascht, machte aber keinerlei anstalten, sie weg zu schieben, sondern er erwiderte den Kuss liebevoll und drückte sie noch fester an sich.

Kapitel 6 - Merdingen

Dein Foto hängt, wirklich nur zufällig hier,

im Prinzip will ich gar nichts von dir...

Hermine war mit ihrer Art der Rache vollkommen zufrieden, sie war sich sicher, das Severus alles gesehen hatte und sich seine Gedanken darüber machte.

Harry hatte zwar hinterher gemeint, das dies etwas zu hart war, aber weiter geschah nichts.

Dies war schon zwei Wochen her und niemand hatte darüber gesprochen. Severus tat so, als wüsste er von nichts und Hermine behielt sich jegliche Zärtlichkeit ihm gegenüber vor.

Im Grunde war das, was sie taten, lächerlich, es gab plötzlich nur noch einen flüchtigen Abschiedskuss und gesprochen wurde nur noch das Nötigste.

Die gemeinsamen Lesestunden auf dem Sofa wurden ebenfalls eingestellt, Severus verhielt sich kühler als sonst und Hermine hielt mit.

Sie war fest entschlossen, nicht als erstes aufzugeben, obwohl sie schon nach einigen Tagen furchtbar darunter litt.

Sie hatte keinen, der da war und ihr beistand, Harry hatte zu tun und ansonsten gab es hier in der Nähe niemanden.

Obwohl sie sauer auf Severus war, liebte sie ihn noch immer und wenn er dann morgens nach Hogwarts apparierte, machte sie sich darüber Gedanken, ob er am Abend wieder kam.

Ihr Stolz war zu groß, um sich einfach bei ihm zu entschuldigen und außerdem war sie sich noch immer sicher, das er es verdient hatte. In normalen Ehen gab es keine Geheimnisse und das Celiè ein ganz wunder Punkt bei ihr war, konnte er sich auch denken. Da brauchte er sich nicht zu wundern, wenn sie plötzlich durchdrehte.

Aber er hatte sich nicht mal dafür entschuldigt oder es erklärt, er tat einfach so, als wüsste sie nichts davon.

Es war ein kühler Samstag, als Hermine sich dazu entschloss, dem ein Ende zu bereiten und Severus wieder näher zu kommen, ohne sich zu entschuldigen.

Er saß in seinem Arbeitszimmer und hatte vor sich einen Kessel und experimentierte mit einigen Phiolen herum, als sie leise eintrat und ihm einen Kaffee vor die Nase stellte. Stirnrunzelnd sah er auf und murmelte ein überraschtes „Danke!“

Es war ein recht kleines Arbeitszimmer, das vollgestopft mit irgendwelchen Büchern war und förmlich nach Wissenschaft roch.

Überall standen irgendwelche Gläser mit Zutaten rum und Kessel gab es in allen Ecken. Es besaß so ziemlich alles, was ein Professor in Zaubertränke brauchte.

Hermine lächelte und sah zu, wie er seine Sachen zu Seite räumte und sich mit seinem Kaffee im Stuhl zurück lehnte.

Sie besah sich seine Phiolen neugierig, konnte aber nicht feststellen, was der Inhalt war und wozu er dies brauchte, schließlich lehnte sie sich mit verschränkten Armen an die Wand und sah ihm beim Kaffee trinken zu.

Hermine wusste, daß er schon längere Zeit daran arbeitete, aber sie hatte keine Ahnung, wofür er es tat. Sie machte sich auch nichts weiter draus, da er öfter die Angewohnheit hatte, tagelang mit irgendwelchen Tränken herumzuexperimentieren.

Es lag kein besonderer Sinn darin, sondern es war einfach nur ein Hobby, etwas womit er sich beschäftigte, wenn er daheim war.

„Soll das etwas besonderes werden?“ fragte sie schließlich, um die Stille zu überbrücken. Er hob skeptisch eine Augenbraue und stellte seine Tasse ab.

„Ich denke schon, es ist ein Projekt.“ Antwortete er und beobachtete, wie sie näher an seinen Tisch kam und sich seine Skizzen ansah.

Sie wurde nicht gerade schlau aus dem, was da stand und aufgezeichnet war, es waren einige Blätter, vollgeschrieben mit seiner graziösen Handschrift, die irgendwelche Reaktionen deuteten. Auf einem weiteren Blatt entdeckte sie eine andere Handschrift, eine, wie sie die Muggelkinder in der 4. Klasse hatten, nur etwas ausgefeilter.

Sie brauchte nicht lange, um zu erkennen, von wem die Handschrift stammte, sie kannte sie ganz genau und hatte sie schon viele Male gesehen.

„Rougeville“ murmelte sie abwesend und legte die Blätter wieder zurück.

„Richtig!“ meinte er kühl und vermied es, sie anzusehen, stattdessen trank er von seinem Kaffee.

Hermine musste zugeben, das dies nicht das war, was sie sich vorgestellt hatte. Sie war hierher gekommen, um mit ihm Frieden zu schließen und wie es der Zufall wollte, wurde das Thema auf Rougeville gelenkt.

In Gedanken ermahnte sie sich ruhig zu bleiben, denn ihr Verstand war kurz davor auszusetzen und sie dieses ganze Projekt einfach aus dem Fenster schmeißen zu lassen.

Sie drehte sich mit dem Rücken zu ihm, damit er ihren Gesichtsausdruck nicht sehen konnte und sah aus dem Fenster.

„Ist das dass Projekt, was ihr machen sollt?“ fragte sie monoton und versuchte nicht allzu gekränkt zu klingen.

Sie konnte Severus schadenfrohes Grinsen schon in Gedanken vor sich sehen, er hatte anscheinend absolut nicht die Absicht, sich wieder mit ihr zu versöhnen.

„Ganz genau!“

Hermine nickte kurz und verließ dann sein Arbeitszimmer.

Es war in dieser Situation absolut unmöglich, sich mit ihm zu vertragen, er wollte es ja nicht mal. Und sie hatte nicht vor, dies zu tolerieren, sie konnte Celiè einfach nicht leiden und die Tatsache, das er mit ihr zusammen arbeitete, brach ihr das Herz.

Als sie spürte, wie in ihr Tränen hochkamen, ergriff sie kurzerhand ihre Jacke und rannte nach draußen, um sich einen klaren Kopf zu verschaffen.

Sie stand unschlüssig vor der Haustür und überlegte sich was sie tun sollte, links erstreckte sich ein langer Wanderweg und rechts befand sich ein großer Wald.

Die Leute hatten Recht, wenn sie behaupteten, sie würde mitten in der Pampa leben, denn genau das tat sie.

Ohne weiter nachzudenken rannte sie einfach in den Wald hinein, sie musste ihren Frust einfach irgendwie abbauen.

Sie spürte, wie es langsam anfing zu regnen und dennoch rannte sie weiter, warme salzige Tränen mischten sich auf ihrer Wange mit dem kalten Regen, immer wieder wischte sie sich mit dem Ärmel der Jacke ihr Gesicht trocken.

Es regnete wie aus Eimern, als sie endlich an einer Lichtung stoppte, die sie sehr gut kannte. Eine kluge Stimme in ihrem Kopf teilte ihr mit, das sie umkehren sollte, falls sie demnächst nicht mit einer Lungenentzündung im Bett liegen wollte, aber wie so häufig ignorierte sie diese.

Langsam schritt sie auf die Lichtung zu und sie fühlte den unebenen Boden unter ihren Füßen, sie schluckte, da sie ganz genau wusste, auf was sie dort ging.

Knapp eine Woche nach ihrer Hochzeit war sie mit Severus hier gewesen, der die Gegend schon lange kannte, er hatte ihr so ziemlich die ganze Geschichte über diesen Ort erzählt.

Es war ein schöner warmer Sommertag gewesen, als er mit ihr an diese Lichtung kam und plötzlich ganz verträumt aussah, er hatte sich von ihrer Hand befreit, die er die ganze Zeit lang festgehalten hatte und sich plötzlich in die Hocke gehen lassen.

Hermine hatte ihn verwundert angesehen, aber kein Wort gesagt.

Er war wieder aufgestanden und deutete an ihm zu folgen. Irritiert war sie hinter ihm her gestiegen, wobei der Boden sehr holprig und vereinzelt auch sumpfig war.

Als sie sich etwa in der Mitte der Lichtung befanden, drehte er sich lächelnd zu ihr um.

Was fühlst du wenn du hier über den Boden gehst?“ hatte er gefragt und sie mit seinen schwarzen Augen fixiert. Sie hatte keine Ahnung gehabt, was er hören wollte und so hatte sie die Schultern gezuckt und gemeint „Er ist holprig, schlimmer als auf einem Acker, allerdings ist es zum teil fester Boden... wieso?“

Ein süffisantes Lächeln erschien auf seinem Gesicht, das sie aus ihrer Schulzeit noch zu gut kannte, es hieß in diesem Fall soviel wie Ich weiß was, was du nicht weißt! .

Hermine verzog das Gesicht und er zog sie zu sich heran und nahm sie in den Arm.

Wir stehen gerade sozusagen in der Mitte eines kleinen alten Dorfes!“ flüsterte er in ihr Ohr und grinste.

Sie zog ungläubig die Stirn in Falten und sah sich um. Es war eine normale Lichtung, mit unebenem Boden, ziemlich hohen Gras und ein paar seltsamen Geräten am Rande, die den Muggeln gehörten.

Wie meinst du das?“ hatte sie gefragt und ihn angesehen. Er hatte mit den Schultern gezuckt und sie angelächelt.

Vor einigen Jahren, stand hier mal ein Dorf, mit vielen Einwohnern.“ begann er und ließ seinen Blick über die Lichtung schweifen „Damals wütete gerade die Pest hier und da diese sich schnell verbreitete, beschloss man, um andere zu schützen, dieses Dorf samt Einwohner zu verbrennen!“

Hermine war erschrocken zusammengezuckt, während er wie immer nur gelächelt hatte. Es war eine schreckliche Vorstellung, ein ganzes Dorf mit den Einwohnern einem Feuer auszusetzen.

Aber was war mit denen, die nicht infiziert waren?“

Severus hatte ungerührt mit den Schultern gezuckt und sie von der Lichtung geführt.

Alle mit verbrannt, man wusste ja schließlich nicht, ob sie die Pest nicht auch schon in sich trugen. Ich glaube, ich habe auch noch irgendwo einen Zeitungsartikel davon..“ murmelte er mehr zu sich selbst als zu ihr.

Als sie schon wieder zu Hause gewesen waren, war Hermine noch immer in Gedanken bei dieser Erzählung.

Severus, wie hieß das Dorf?“ hatte sie nach einiger Zeit gefragt und er hatte verwirrt von seinem Buch aufgesehen und etwas überlegt.

Merdingen!“

Hermine liefen wieder Tränen die Wange runter, als sie sich auf einem großen Stein niederließ. Die Wiese war nicht mehr so hoch wie im Sommer, sondern eher matschig und noch eine Spur sumpfiger.

Es war unheimlich an einem Ort zu sitzen, auf dem vor Hunderten von Jahren mal eine schreckliche Krankheit getobt hatte, welche die Dorfbewohner dazu gebracht hatte, sich selbst verbrennen zu lassen.

Aber wenn sie ehrlich war, konnte sie hier am besten nachdenken und hier würde man sie auch am wenigsten vermuten.

Obwohl, wer würde sie schon suchen? Severus ganz bestimmt nicht, der war mit Sicherheit froh, sie nicht um sich zu haben.

Wieso tat er ihr so etwas an? Er machte sich nicht einmal die Mühe, sich zu verteidigen oder sie wenigstens zu beruhigen.

Sie hatte den ersten Schritt wieder nach vorne gemacht und er tat mal wieder zwei Schritte zurück. Ganz so, als hätte ihre Liebe nie existiert.

Hermine hatte nie geahnt, wie weh es tat, auf diese Art und Weise verletzt zu werden. Sie schluchzte laut und wusste, sie hatte den Punkt erreicht, an dem sie nicht mehr aufhören konnte zu weinen, selbst wenn sie es wollte.

Abwesend sah sie hinauf zum Himmel, als der Regen langsam schwächer wurde und ihre Klamotten schon völlig durchnässt waren, es begann bereits zu dämmern und sie fror inzwischen erbärmlich.

Dies war ihr jedoch vollkommen egal, die Kälte war nichts im Vergleich zu dem Zustand, in welchem sie sich gerade befand, das letzte, was sie tun würde, wäre nach Hause zu gehen.

Zurück in die Höhle des Löwens, genauso gut könnte sie sich ihr eigenes Grab schaufeln.

Nein, komme was wolle, sie blieb hier!

Vielleicht fällt es ihm irgendwann auf, das ich fehle! Vielleicht ist er mich auch schon am suchen! hoffte sie insgeheim und streckte sich kurz, um ihren Knochen eine halbwegs angenehme Sitzposition zu verschaffen.

Kapitel 7 – Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Eigentlich bist du mir egal,

eigentlich bist du nicht mein Typ...

Hermine saß nun schon seit einigen Stunden dort im Regen, der einfach nicht mehr aufhören wollte. Es war bereits schon ziemlich düster geworden und obwohl sie keinen Zauberstab dabei hatte, fühlte sie keine Angst, nur eine bittere Leere.

Ihre Klamotten waren bis auf die Haut durchnässt und eine unangenehme Gänsehaut zog sich über ihren Körper. Es musste lächerlich aussehen, wie sie da auf dem Stein saß, sie hatte ihre Beine angewinkelt und mit ihren Armen umschlungen, während sie ihr Kinn auf ihre Knie stützte und ihr die Haare störend ständig ins Gesicht fielen.

Wenigstens hatte sie aufgehört zu schluchzen, aber dafür tat ihr Hals nun weh und ihre Nase lief ununterbrochen, sie war sich sicher, das sie keine Stimme mehr besaß, sondern nur noch ein heisernes Krächzen.

„Mine, das hast du dir selbst zuzuschreiben...“ flüsterte sie vor sich hin und starrte regungslos geradeaus. „Wieso hast du nur den Hang dazu, dich in Männer zu verlieben, die dich ohnehin unglücklich machen?“

Und schon wieder rann ihr eine Träne über das Gesicht, sie fühlte sich brennend heiß an, was mit Sicherheit nur daran lag, dass ihr Gesicht so kalt war.

Ihre Augen brannten ebenfalls und waren feuerrot, aber niemals würde sie aus freien Stücken aufstehen und wieder heimgehen. Severus würde sie sicherlich nicht vermissen und wilde Partys mit seiner Celiè feiern...

Wut stieg in ihr hoch, sie wusste genau was Harry ihr jetzt raten würde, aber sie wusste auch ebenso, das sie es nicht durchhalten würde.

Kein Mann ist deine Tränen wert“ würde er sagen „Spiel nicht die gekränkte, bleib am Leben, ihn zu ärgern!“

Dies wären seine Worte, er war einfach eine Kämpfernatur, die nie aufgab, Hermine konnte sich leider nicht dazu zählen, sie hatte nicht die Kraft dazu.

Abgesehen davon, war Harry nicht da, ebenso wenig wie sonst irgendjemand. Sie war alleine, ganz alleine irgendwo draußen, bei miserablen Wetter an einem unheimlichen Ort, an welchem sie nie jemand finden würde.

Ihre Knochen taten schon seit längerem weh vom vielen sitzen und sich nicht bewegen, aber Hermine hatte nicht die Absicht dies zu ändern.

Es hatte einfach keinen Sinn mehr.

Sie müsste einfach aufstehen und abhauen und nie wieder zurück kehren. Wer würde sie schon vermissen! Allenfalls Harry, niemand sonst. Einfach nur aufstehen und losgehen, alle Probleme hinter sich lassen und irgendwo, weit weg, ganz von vorne anfangen.

Ja, ein schönes neues Leben beginnen... Hermine schüttelte stur den Kopf.

„Nein, dein Mann hat nicht einmal bestätigt, fremdzugehen und du denkst schon ans auswandern! Werd gefälligst vernünftig! Flüchten kannst du immer noch!“

Sie seufzte und überlegte sich, nun aufzustehen und wieder zurück zu gehen, doch irgendetwas ließ sie nicht los, ließ sie einfach da sitzen.

Hermine wollte nicht zurück, aber sie musste. Sie konnte schließlich nicht für immer hier sitzen bleiben, denn wirklich bequem war dieser Stein nicht gerade.

Oder aber sie stand auf und ging in eine andere Richtung, sie konnte irgendwohin apparieren.. aber nein, das konnte man zurück verfolgen.

Dann würde sie eben als einfacher Muggel sich an der nächsten Telefonzelle ein Taxi bestellen und zum Flughafen fahren, von dort aus würde sie...

„Hermine!“

... sich ein Ticket kaufen und nach Neuseeland oder Südamerika reisen. Nach einiger Zeit würde sie dort einen netten und hübschen Mann kennen lernen und...

„Hermineee!“

Fluchend sah sie auf und wischte sich die nassen Strähnen aus dem Gesicht. Eine besorgte Frauenstimme rief sie, zweifellos Ginny.

Hermines Herz macht einen Satz, Ginny kannte sich in dieser Gegend absolut nicht aus, also musste sie jemanden bei sich haben der ihr den Weg zeigte. Wer konnte es anders sein, als Severus?

Und tatsächlich, da sah sie zwei Leute mit leuchtenden Zauberstäben den Weg zur Lichtung einbiegen.

Aber hatte sie nicht eben noch beschlossen, einfach abzuhauen?

Wieder ertönten Ginnys Rufe, aber Hermine rührte sich nicht. Sie waren nun ganz nah, aber Hermine konnte man im Dämmerlicht nur mit viel Mühe erkennen, sie mussten sie erst einmal mit ihrem Zauberstab beleuchten und das war bisher noch nicht geschehen.

Sie konnte sogar Severus flüsternde Stimme hören, so nah waren sie.

Geht weiter! flehte sie in Gedanken und versuchte verzweifelt, nicht zu atmen und sich so klein wie möglich zu machen. Sie würde nicht mit ihnen zurück gehen, sie würde sich nicht von ihm betrügen lassen, es würde gar nicht so weit kommen und dies hing alles nur davon ab, ob sie sie bemerkten oder nicht.

Hermine schien irgendwie kein großes Glück zu haben, denn zu allem Überfluss hörte der Regen so langsam auf und man konnte Geräusche leichter bemerken.

Sie hörte Severus seufzen und er leuchtete noch einmal alle Seiten ab, bis er dann auf ihr plötzlich innehielt und angestrengt in ihre Richtung starrte.

Verdammt... Hermine steh auf und lauf weg! rief sie sich gedanklich zur Ordnung, aber sie blieb sitzen. Sie schaffte es einfach nicht aufzustehen, es ging nicht.

„Hermine?“ fragte Severus und Ginny drehte sich erstaunt zu ihm um und stierte ebenfalls in Hermines Richtung.

Wieder kam Panik in ihr hoch und wieder rief ihr Gedächtnis, sie solle weg laufen, einfach abhauen, doch Hermine rührte sich nicht.

Selbst als Severus langsam auf sie zu ging, kam noch immer keine Reaktion von ihr. Er stand nun ganz nah vor ihr und streckte seine Hand aus, während Hermine sich noch immer nicht bewegte und stumm vor sich, auf seine Jacke, starrte.

Eine ganze Weile lang standen sie so vor einander, bis er sich schließlich in die Hocke, neben sie, sinken ließ.

„Was hast du?“ fragte er leise, so das nur sie es hören konnte. Hermine spürte, wie er seine Hand auf ihren Rücken legte und in ihr stieg wieder eine wohlige Wärme auf, die sie bei ihm immer spürte.

Sie antwortete nicht auf seine Frage und er nahm nach einiger Zeit ihre Hände und zog sie mit sich hoch.

Ihre Knochen krachten, als sie hochgezogen wurde und Severus sah sie kopfschüttelnd und legte einen Arm um sie.

„Meine Güte, wie lange hast du hier gesessen?“ fragte er, um die Anspannung zu überbrücken, aber wieder ließ sie seine Frage offen stehen und sich stumm von ihm nach Hause bringen.

Einfach abhauen... rief ihr Inneres, als sie mit einem Bademantel, einer Decke, einer Tasse Kakao und Severus auf dem Sofa saß.

Ginny hatte sich sofort verabschiedet, als sie zu Hause ankamen und Hermine hatte auf dem Weg erfahren, das Ginny sie eigentlich besuchen wollte und mit Severus einige Stunden lang auf sie gewartet hatte.

Hermine hatte bisher noch immer kein Wort gesprochen, sondern sich von Severus alles nötige geben lassen und nun saßen sie stumm auf dem Sofa.

„Süße“ begann Severus nach einiger Zeit und sah sie reumütig an „es tut mir leid, ich hätte dir etwas von dem Projekt sagen sollen... aber ich hatte einfach gedacht, du würdest mir nicht glauben...“

Hermine sah ihn ausdruckslos an und stellte ihren Kakao auf den kleine Wohnzimmertisch vor sich.

„Severus!“ unterbrach sie ihn kühl und er sah sie verwirrt an „hast du Albus wegen dem Job gefragt?“

Sie konnte seine Überraschung in seinen Augen ablesen, als er anfing zu überlegen. Sie wollte nichts mehr über das Thema Celiè wissen, vielleicht war es ja tatsächlich harmlos, aber sie nahm sich vor, sich davon nicht mehr die Laune verderben zu lassen.

„Ja hab ich... er meinte, er hätte leider nichts mehr frei. Aber vielleicht gibt es ja in Hogsmeade etwas!“

Hermine senkte den Kopf und lehnte sich seufzend im Sofa zurück. Also müsste sie sich wohl weiter in diesem Haus langweilen, sie war davon überzeugt, das es ihr schon etwas besser gehen würde, wenn sie nur wenigstens etwas zu tun hätte.

Severus legte mitfühlend seinen Kopf auf ihre Schulter und flüsterte in ihr Ohr „Wir finden schon noch was!“

Er sah sie amüsiert an, als sie anfing zu kichern und sich von ihm weg drehte.

„Hör auf das kitzelt!“ meinte sie anklagend und bemühte sich ernst zu wirken, es war nicht die richtige Situation, um zu lachen, doch sie konnte nichts dagegen tun. Er beugt sich wieder lächelnd über sie und flüsterte ihr erneut etwas ins Ohr.

„Ich liebe dich..“

Hermine musste wieder lachen, hielt jedoch kurz inne und sah ihn traurig an, während er sie lächelnd unter sich aufs Sofa drückte und mit seinem Zauberstab das Zimmer verdunkelte.

Sie fühlte, wie ihr Herz anfing schneller zu klopfen und ein warmes Gefühl in ihr aufstieg.

Da Severus das Licht verdunkelt hatte, konnte sie nur seine Umrisse erkennen, die über ihr waren und noch immer lächelten.

Sie spürte, wie seine Hand sanft über ihre Wange strich und er schließlich ihren Bademantel öffnete und die Decke um sie beide legte.

Nervös atmend sah sie weiter zu ihm auf und küsste ihn dann, es waren viel mehr Gefühle dabei im Spiel, als bei dem Kuss mit Harry. Sie liebte seine sanften Küsse und spürte immer wieder, wie ihre ganze Liebe durch ihren Körper flutete und sie willenlos machte.

Er löste sich kurze Zeit später wieder von ihr und bemerkte, dass das Sofa nicht wirklich der beste Platz war und so hob er sie hoch und trug sie ins Schlafzimmer, wo er sie auf dem Bett niederließ und ihr küssend die restlichen Klamotten raubte, ehe er sich selbst auszog und sich über sie beugte.

„Ich liebe nur dich, Hermine!“ flüsterte er, als er sie küsste und sie die Arme um seinen Hals schlang. Sie merkte, wie gut ihr das tat, was er sagte und sie sich sogar ein Lächeln abringen konnte.

Seufzend registrierte sie seine Küsse, die sich von ihrem Mund immer weiter runter zogen und schließlich an ihrer Brust halt machten und sie mit seiner Zunge umkreiste. Derweil wanderten seine Finger zu ihrer empfindlichsten Stelle, an der er sie kurz hielt und dann mit einem Finger in sie eindrang.

Sie stöhnte kurz und leise, als sie seinen Finger spürte und ihr Becken hob sich ihm wie von selbst entgegen. Ihre Augen waren geschlossen und sie knabberte vor Lust an ihrer Lippe.

„Severus..“ flüsterte sie und sein Finger bewegte sich sanft in ihr.

Hermines Becken bewegte sich wieder nach oben und streifte seine Männlichkeit, als sein Finger sie massierte und sie hörte, wie er scharf die Luft einsog und mit seine andere Hand über ihren Körper gleiten ließ.

Ihre Beine zitterten vor Erregung und Anspannung und auch er konnte sich nur zwingend zurück halten.

Hermines Atem wurde immer heftiger und schneller, ebenso wie Severus und so ließ er nach kurzer Zeit seinen Finger wieder entgleiten und sie spürte, wie stattdessen die harte Spitze seines Geschlechts zwischen ihre Schenkel glitt.

Severus stöhnte laut auf, als Hermine ihn an sich zog und er so in sie eindrang und sie seufzte wieder, während er langsam begann, sich rhythmisch in ihr zu bewegen, nicht hart sondern sanft und nach wenigen Minuten auch fordernd.

Das Ziehen zwischen ihren Schenkeln drohte sie zu zerreißen, als er jedes Mal vor ihrem Höhepunkt stoppte und mit langsamen Stößen fortfuhr.

Sie stöhnte lauter und lustvoller, was ihn dazu brachte, jegliche Beherrschung abzulegen und wieder härter in sie zu stoßen und sie schließlich beiden dem Höhepunkt entgegen zu bringen.

Schwer atmend ließ er sich neben sie fallen und nahm sie in den Arm. Hermine spürte noch immer dieses wohlige Gefühl in sich, auch später noch, als er längst eingeschlafen war. (B/N: Männer! Da versucht man böse auf sie zu sein, und dann sowas! Obwohl, solch ein Ende wünscht sich doch eigentlich jede Frau, gell!)


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