Geh mal wieder
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Marion
Zimmer Bradley - "Der verbotene Turm"
ISBN: 3-426-60962-2

Klappentext:
Die Wiederentdeckung: Das Terranische Imperium entdeckt den Planeten Darkover
wieder und meldet Rechte auf ihn als ehemalige Kolonie an. Gleichzeitig
wächst auf Darkover aber auch die Unzufriedenheit mit den althergebrachten
Traditionen. Ein Bürgerkrieg scheint unausweichlich, als sich eine der
Domänen mit den Terranern verbünden will…
Eine Bewahrerin, so besagt ein Gesetz aus längst vergangenen Zeiten, hat
nur für ihre Aufgabe zu leben. Aber Callista, die Bewahrerin des mächtigen
Turms von Arilinn werden soll, liebt den Terraner Andrew Carr - und sie
ist nicht bereit, auf ihre Bestimmung zu verzichten, um ihrem Herzen folgen
zu können. Noch nie hat es eine Bewahrerin gewagt, sich den alten Gesetzen
zu widersetzen, und so müssen Callista und ihr Geliebter sich Feinden
stellen, die mächtiger sind als alles, was sei sich jemals vorstellen
konnten!
Inhalt:
"Der verbotene Turm" ist die direkte Vortsetzung vom 10. Darkover-Roman.
Die Hauptakteure und auch der Ort der Handlung sind dem Leser schon bekannt.
Und doch ist die Geschichte nicht minder spannend.
Am Beginn ist die Doppelhochzeit. Wobei sich schon die Vorbereitungen
nicht einfach gestalten. Callista muss von ihrer Pflegemutter erst freigegeben
werden. Das braucht einige Überredungskünste.
Dann ist es auch nur eine Freipartner-Ehe. Die muss aber erst vollzogen
werden, um ihre Gültigkeit zu erlangen. Callista ist das aufgrund ihrer
Ausbildung zur Bewahrerin nicht möglich. Und als sie der Meinung ist,
sie kann es, endet es fast in einer Katastrophe. Schuldgefühle plagen
Callista und ihren Mann.
Callista hat eine Zwillingsschwester. Ihr Mann übernimmt jetzt die Aufgaben
einer Bewahrerin. Er muss Callista sozusagen wieder reinigen, um ihr das
Leben zu retten.
Zeitgleich stellt er Studien an, um Callista helfen zu können. In der
Vergangenheit findet er die Lösung.
Zum Vollzug dieser Lösung kommt es aber eher unter unglücklichen Umständen.
Was die Intensität des Erlebten aber nicht schmälert. Gleichzeitig kämpfen
die vier um ihre Anerkennung als Turmgemeinschaft.
Ein spannender Kampf tobt in der Überwelt, aber den Ausgang verrate ich
nicht.
Leseprobe:
…Sie waren jetzt in engem Kontakt. Er spürte, dass sie nichts von der
körperlichen Erregung empfand, die in ihm tobte, dass sie jedoch nach
der innigen Verbundenheit hungerte, die die kalte Spannung zwischen ihnen
beenden konnte. Er zog sie sanft an sich. Er begehrte sie, ja, aber nicht
gegen ihren Willen. Er wollte, dass sie den Sturm der Leidenschaft teilte,
der ihn zittern machte. Der Worte bedurften sie nicht. Sie zog seinen
Kopf zu sich herab und legte mit scheuem Zögern ihre Lippen auf seine.
Andrew überkam ein plötzliches Unbehagen. Er war noch nie mit einer unerfahrenen
Frau zusammen gewesen. Er nahm bei ihrem jetzigen engen Kontakt die schreckliche
Anstrengung wahr, die es sie kostete, nicht vor seiner Berührung zurückzuschaudern.
Er strömte über von Zärtlichkeit, sie lag weich in seinen Armen, berührte
ihn schüchtern, versuchte nicht, ihren Mangel an Erregung zu verheimlichen.
Das war nicht die Passivität der Unwissenheit. Sie wusste sehr gut, was
er von ihr wollte, und doch war da keine Spur von sexuellem Verlangen.
Von neuem suchte er den geistigen Kontakt. Und dann spürte er durch die
vertrauten Schwingungen, die von ihr kamen, eine Verwirrung, etwas anderes,
fremd und doch bekannt, stark sexuell. Ellemir? Damon und Ellemir? Seine
erste Reaktion war, sich zurückzuziehen, die geistigen Barrieren ruckartig
zu schließen - Ich bin doch kein Voyeur! - doch dann merkte er, dass Callista
sich zögernd und noch versuchsweise in die vierfache Verschmelzung sinken
ließ. Die alte Verbindung baute sich zwischen ihnen auf, wie sie es getan
hatte, als sie innerhalb der Matrix vereinigt gewesen waren. Und zum ersten
mal bemerkte er an Callista ein Nachgeben, nicht nur geistiger, sondern
auch körperlicher Art. Sie war weniger angespannt, als sei das weniger
Angst erregend für sie, wenn sie es mit ihrer Zwillingsschwester teilte.
Als er in die vierfache Verbindung hineingezogen wurde, kam es ihm einen
Augenblick lang so vor, als liege Ellemir in seinen Armen, als sei es,
die ihn umschlang, die sich ihm warm und willig hingab - nein, es war
nur so, dass Callista sich mit Ellemirs Reaktionen verschmolzen hatte,
und Andrew, und Andrew fühlte gleichzeitig Callistas scheues Erstaunen
und Ellemirs Aufregung und Freude, die Callista Mut gaben. Er drückte
seinen Mund auf ihren in einem langen, suchenden Kuss, und zum ersten
Mal erhielt er einen Hauch von Erwiderung. Callista gestattete ihm jetzt
nicht mehr passiv, zu tun, was er wollte, sie war zum ersten Mal an dem
Kuss beteiligt.
Hatte sie diese Art von Unterstützung gebraucht? Auf sein drängendes Flüstern
hin schmiegte sie sich eng an ihn. Er wusste, sei war jetzt tief in Ellemirs
Bewusstsein eingetaucht, sie teilte Ellemirs Reaktionen, sie ließ ihren
eigenen Körper davon erobern. Andrew nahm auch Damon wahr, und das beunruhigte
ihn. Oder war es nur so, dass auch er Ellemirs Antwort auf die sinnlich
erregende Mischung aus Zartheit und Heftigkeit, die von Damon ausging,
empfangen und teilen konnte?
Einen Augenblick lang schien ihm, es sei für diesmal genug, auf der Oberfläche
der leidenschaftlichen Umarmung des anderen Paares dahinzutreiben, nicht
mehr zu fordern, sich von diesem warmen, ihn umschließenden vielfachen
Bewusstsein einhüllen zu lassen. Aber es war noch zu fremdartig für ihn,
und sein eigener Körper verlangte herrisch nach der Erfüllung. Andrew
keuchte wie ein Schwimmer, der zum Luftholen nach oben kommt. Er versuchte,
sich aus der geistigen Verbindung loszureißen, sein Bewusstsein allein
auf Callista zu beschränken, Callista in seinen Armen, zart, verwundbar,
ganz Schmiegsamkeit und Hingabe.
Plötzlich zerriss das feine Netz vielfacher Bewusstheit mit unvorstellbarer
Heftigkeit. Ein reißender, brennender Schmerz durchzuckte seine Genitalien.
Andrew schrie auf und gleichzeitig hörte er Callista in Verzweiflung und
wildem Protest schreien. Er fühlte sich aus ihren Armen gerissen und durch
die Luft fliegen. Seine Gedanken verwirrten sich. So etwas konnte es nicht
geben!
Sein Kopf schlug auf etwas Scharfes auf, und in seinem Gehirn explodierten
in einer Flamme des Schmerzes grellrote Lichter wie Bomben. Andrew verlor
das Bewusstsein…
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