|
|
 |
|
Querverweis |
|
|
Artikel
zum Thema "Cortison" finden Sie auch auf der Seite "Info-Download"
(zu finden in der Navigation links). |
|
|
|
|
 |
|
AGS
- Eine Cortisonmangelerkrankung* |
|
|
AGS-Patienten
fehlt ein Enzym und deshalb kann kein Cortison produziert werden.
Enzyme:
Man könnte die Enzyme vielleicht mit kleinen Fabrikarbeitern
vergleichen. Jeder dieser Fabrikarbeiter führt eine einzige
Tätigkeit aus, schraubt z. B. ein einziges Teilchen an das
Werkstück.
Damit das Endprodukt dieser Herstellung, in unserem Fall also das
Cortison, auch wirklich funktioniert, darf kein Teilchen daran fehlen,
darf also keiner der Fabrikarbeiter ausfallen. Fällt doch einer
der Arbeiter aus und keiner vertritt ihn, wird das Werkstück
mangelhaft, es wird Ausschluss produziert und das Werkstück
funktioniert nicht.
Der
"Fehler" beim AGS:
Bei der Erkrankung AGS fehlt eines dieser Enzyme (meist 21-Hydroxylase)
oder ist defekt. Die "Enzym-Arbeiter" vor dieser Fehlstelle
arbeiten fleißig weiter und es wird dadurch viel zu viel 17-OH-Progesteron
hergestellt, das nicht weiterverarbeitet werden kann. (Das 17-OH-Progesteron
kann man im Blut und im Speichel messen und ist ein Zeichen, dass
man AGS hat.)
Weil der Körper nicht weiss, was er mit dem vielen 17-OH-Progesteron
machen soll, sucht er sich zwei Lösungswege:
1. Ein großer Teil wird zu Pregnantriol umgewandelt und über
den Urin ausgeschieden (das Prägnantriol kann man im Urin messen
=> 24-Stunden-Sammelurin)
2. Es werden Androgene produziert.
Das
Problem beim AGS ist also:
Man hat viel zu wenig Cortison (und ggf. auch viel zu wenig
Aldosteron)
und viel zu viele Androgene
und damit auch Testosteron.
|
|
|
|
|
 |
|
Der
Kreislauf zwischen Nebennierenrinde (siehe "Nebennieren"),
Hypophyse und Hypothalamus (siehe "Gehirn")*
|
|
|
Wenn
wir bei dem Fabrikbeispiel bleiben, dann hat diese Firma auch einen
"Chef". Dieser sitzt im Gehirn und heißt Hypothalamus.
Der Hypothalamus ist ein Teil des Zwischenhirns und bei der Steuerung
übergeordneter Dinge, wie Schlaf- Wachrythmus, Hunger, Durst
oder Sexualverhalten mit beteiligt.
Die Hirnanhangsdryse
(=Hypophyse) wirkt als "Vermittler" (in unserem Beispiel
der Werksleiter) zwischen Hypothalamus und Nebennierenrinde. Normalerweise
besteht zwischen Hypothalamus, Hirnanhangdrüse und Nebennierenrinde
ein Rückkopplungseffekt.
D.h.
ganz kurz und einfach ausgedrückt:
Der Hypothalamus erhält die Meldung, dass zu wenig Cortison
im Blut ist (z. B. bei Stress,...). Er treibt dann über die
Hirnanhangdrüse die Nebennierenrinde dazu an, sofort wieder
mehr zu produzieren. Ist genug Cortison im Blut, hört er auf,
sie anzutreiben.

|
|
|
|
|
 |
|
Der
Gestörte Rückkopplungseffekt beim AGS |
|
|
Die
Nebennierenrinde wird also (von der Hirnanhangdrüse durch den
Stoff ACTH) dazu aufgefortert, mehr Cortison zu produzieren, kann
sie bei AGS aber nicht. Ihr fehlt (wie oben bereits erklärt)
leider das Enzym, das zur Herstellung des Cortisons nötig ist.
D.
h. die Arbeit der Nebennierenrinde wird zwar gesteigert, es wird
auch etwas produziert, aber eben kein Cortison.
Hypothalamus und Hirnanhangsdrüse erhalten keine Rückmeldung
und fordern somit immer weiter auf, Cortison zu produzieren. Die
Nebennierenrinde arbeitet in Wirklichkeit aber wie eine Wilde, vergrößert
sich und strengt sich an - aber sie produziert das falsche: Vorstufenprodukte
und Androgene.
|
|
|
|
|
 |
|
Darin
liegt also der Teufelskreis: |
|
|
Kein
anderes Hormon außer Cortison kann die Forderung des Hypothalamus
an die Hirnanhangdrüse "Die Nebennierenrinde soll arbeiten
und Cortison produzieren!" stoppen. Solange dieser also
kein Cortison erhält, werden weiter Vorstufenprodukte und Androgene
erzeugt.
Erst
wenn das fehlende Cortison von außen zugeführt wird,
kann dieser Teufelskreis durchbrochen werden.
(Erfahrung:
dashalb nutzt es auch durchaus noch, Cortison zu nehmen, nachdem
man Stress hatte (schließlich lässt sich nicht jeder
Stress vorplanen) - einfach um die Produktion in der Nebennierenrinde
wieder zu stoppen!)
|
|
|
|
|
 |
|
Wirkung
und Nebenwirkungen von Cortison: |
|
|
Die
Ausschütung von Cortison erfolgt (bei einem gesunden Menschen)
früh am morgen, in Schüben.
Erfahrung:
Die hier genannten Nebenwirkungen trefen auf, wenn der Körper
mehr Cortison zur Verfügung hat, als er eigentlich benötigt,
also zum Beispiel auch bei einer Hydrocortison-Überdosierung
auf längere Zeit (beginnend ab 3 Tagen, zu diesem Zeitpunkt
"gewöhnt" sich der Körper bereits an die Cortisongabe
und zeigt Entzugserscheinungen, wenn man ihm plötzlich weniger
zuführt - wie bei einem Drogenentzug).
Wirkung:
Erhöhung des Blutzucker-Spiegels
Anabole Wirkung auf die Leber
hemmende Wirkung auf das Immunsystem
Nebenwirkungen:
Schädigung der Magenschleimhaut (Gastritis, Ulcera)
Stammfettsucht (anabole Wirkung auf Fettgewebe)
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
Osteoporose, wegen kataboler Wirkung auf Skelettmuskul.
|
|
|
|
|
 |
|
Cortison
und "Wasser" (in den Beinen): |
|
|
Einige
Stoffe, z. B. Cortison, sorgen dafür, dass mehr Lymphe
aus den Adern austritt als wieder in die Blutbahn zurück geleitet
werden kann. Die übrig bleibende Lymphe sammelt sich entweder
in Bereichen, die besonders tief liegen, weil sie natürlich
nach unten sickert ("Wasser in den Beinen", "geschwollene
Gelenke" u.ä.) oder in weichen Geweben, die wie Schwämme
die Flüssigkeit speichern (z. B. die inneren Bereiche der Oberschenkel).
**
Cortisol
und Corticosteron regen die Zerstörung von Lymphozyten an.
Lymphknoten, Thymus und Milz werden verkleinert.***
|
|
|
|
|
 |
|
Übergewicht:
|
|
|
Prinzipiell
lässt sich sagen, dass nicht alle late-onset-AGS Patienten
übergewichtig sind. Ist dies der Fall, können verschiedene
Ursachen vorliegen.
a)
verordnete Cortisondosis
Falls Übergewicht in Form von Wasser (nicht Fett!) vorliegt
ist zu vermuten, dass der Körper selbst Cortison produziert
oder die verordnete Dosis zu hoch ist.
b)
Cortisonverteilung über den Tag
Ist zugeführtes
Cortison im Körper nicht vorhanden wenn dieser es braucht,
produziert die Nebennierenrinde es selbst. Dies führt zu Wassereinlagerungen
und folglich zu Übergewicht. Es ist daher wichtig, die Cortisoneinnahme
auf den Aktivitätsrhytmus anzupassen.
c) Tagesrhytmus
laut Dr. Bergholz (Uni-Klinik Erlangen) ist es als late-onset AGS
Patient äußerst wichtig, bis 24:00 Uhr ins Bett zu gehen
und zu schlafen. Dies kann aufgrund von Erfahrungen bestätigt
werden. Bleibt man häufiger lange auf, wird Wasser im Körper
eingelagert und es kommt wiederum auf Dauer zu Übergewicht.
d) Ernährung
Late-onset AGS Patienten reagieren verstärkt (nicht wissenschaftlich
belegt) auf Umweltgifte. Diese werden in erster Linie durch Eiweiße
und Salze in den Körper eingeschleust. Es gilt daher, auf diese
beiden besonders zu achten. Aus eigener Erfahrung verfüge ich
seit dieser Ernährungsumstellung über deutlich mehr Energie
und Lebenslust.
Eiweiß:
Es scheint (nicht ärztlich bestätigt), dass Personen,
die Cortison nehmen, viel stärker auf die Zufuhr von tierischem
Eiweiß reagieren, als dies gesunde Personen tun.
Wenn man sich etwas genauer informiert stellt man fest, dass die
meisten Deutschen heute viel mehr tierisches Eiweiß zu sich
nehmen, als ihnen gut tut. Man spricht hierbei von der sog. "Eiweiß-Mast".
Im Durchschnitt nehmen wir Deutschen ca. 120g Eiweiß pro Tag
zu uns. Laut Studien ist eine Menge von ca. 70g (für einen
Menschen mit 70kg) völlig ausreichend, um keine Mangelerscheinungen
zu bekommen.
Für Kinder ist eine eiweißreiche Kost durchaus sinnvoll,
denn immerhin müssen diese noch wachsen. Für Personen,
die im Speziellen Cortison nehmen müssen, scheint es jedoch
sinnvoll, sich vegetarisch zu ernähren und auf einen allzu
großen Konsum von Milchprodukten zu verzichten (wenn Sie Milch
- so wie ich - lieben, lesen Sie unter unten weiter).
Hier ist ist das Dokument "Auswirkungen
einer Eiweißreichen Ernährung ..." zu finden.
Salze:
Salz ist in äußerst vielen Lebensmitteln enthalten. Hier
meine ich nicht nur das ganz offensichtliche Speisesalz, sondern
auch alle anderen Natrium-Verbindungen. Ich empfehle AGS-Patienten
auf eine besonders gute Qualität des Natriums zu achten, das
sie zu sich nehmen. Vermeiden Sie im Speziellen:
- industriell verarbeiteten Produkten
- Natriumglutamat (z. B. in Sojasauce, Chips,...)
- Backpulver (z. B. Kuchen, Kekse,...)
- Milchprodukte aus konventioneller Erzeugung.
- Spritz- oder Düngemitteln
- Alle "gebleichten" Dinge (Salz, Waschmittel,...).
|
|
|
|
|